LRS-Förderung ist frei von alternativ-esoterischen Ansätzen

alternativ-esoterische Ansätze haben nichts in der LRS-Förderung

Alternativ-esoterische Ansätze haben nichts in der LRS-Förderung zu suchen

Warum haben alternativ-esoterische Ansätze nichts in der LRS-Förderung zu suchen? Dieser Frage möchten wir in diesem Fachaufsatz nachgehen. Es ist in einer offenen und pluralistischen Gesellschaft durchaus legitim, dass Eltern oder Betroffene für esoterische Ansätze offen sind. Aber aus der Perspektive der Legasthenieforschung haben diese Ansätze in der Förderung nichts verloren. Warum das so ist, werden wir hier in diesem Aufsatz erklären.  

Was sind alternativ-esoterische Ansätze?

Alternativ-esoterische Ansätze sind eine Umschreibung für den geläufigen Begriff Esoterik oder spirituelle neureligiöse Kulte oder Wege, von denen sich die christlichen Kirchen[1] distanzieren. Nach unserer Auffassung haben solche Ansätze in einer seriösen Förderung nichts verloren, deswegen haben wir auch in unserem Leitbild (vgl. Absatz 8)[2] festgelegt, dass Methoden aus der Esoterik (Sekten o.ä.) bei uns nicht zum Einsatz kommen.

Wo hat die Esoterik ihre Ursprünge? – ein kurzer Abriss ihrer Wurzeln

Der Begriff Esoterik hat seine etymologische Herkunft aus dem griechischen „esōterikón“, was man als das „nach innen Gerichtete“ deuten kann (vgl. Barth 2011, S.48)[3]. In der Fachwissenschaft wird darauf verwiesen, dass die Esoterik, wie wir sie heute kennen, ihren Ausgang im Westeuropa des 19./20.Jahrhunderts zu verorten hat. Dabei stützt sie sich auf ältere philosophische Strömungen – hermetische Traditionslinien, die subkulturell unter dem Christentum tradiert wurden. In der Forschung wurden verschiedene philosophische Wurzeln gefunden, die alte Lehren wie die von den Göttern Hermes, Thot, u.a. magisch-alchemistisch-astrologische Lehren als Grundlage haben. Diese gehören mit zu den Wurzelelementen der heutigen alternativ-esoterischen bzw. neureligiösen Bewegungen und Kulte. Dazu gab es noch weitere wichtige Strömungen wie Zoroastrismus[4], Manichäismus[5], Alchemie[6], Kabbalah[7], um nur ein paar wesentliche Quellen aus der esoterischen Literatur[8] zu nennen.

In den letzten 150 Jahren wurden diese verschiedenen philosophischen Strömungen von bekannten Persönlichkeiten vorangetrieben; als wichtige Persönlichkeiten der Neuzeit wären hier Helena Blavatsky und Rudolf Steiner zu nennen. Helena Blavatsky[9] vereinte sämtliche Strömungen in ihrer esoterischen Theosophischen Gesellschaft[10]. Sie beeinflusste maßgeblich Rudolf Steiner in seiner anthroposophischen Weltsicht und die Waldorfschulbewegung, die ähnlich esoterisch-okkulte Lehren wie Blavatsky vereint. Beide Persönlichkeiten waren Kinder ihrer Zeit, wie viele in dieser Epoche hatten sie völkisch-nationalistische, antisemitische, antichristliche und kultur- und gesellschaftspessimistische, wie auch sozialkritische Gegenentwürfe der Gesellschaft. Es ist davon auszugehen, dass diese Einflüsse in nicht geringem Maße den „Nationalsozialismus“ beeinflusst haben können. 

Die heutige Esoterik ist ein Sammelsurium von sämtlichen erwähnten philosophischen Strömungen der diversen Ansätze, die sehr vielseitig sind und häufig miteinander vermischt werden. Laien fühlen sich mit diesen Weltbildern überfordert, weil sie in einem widersprüchlich-diffusen Licht erscheinen. Man kann die heutige Esoterik auch als postmoderne Individual-Religion sehen, die mit ähnlichen kritischen Haltungen und Orientierungsproblemen wie zur Zeit Rudolf Steiners dem frühen 20. Jahrhundert ähnelt. Hierzu muss man sich die heutige Zeit ein wenig genauer ansehen und man findet dabei viele Parallelen dieser Weltsichten wieder. Besonders in Zeiten von Umbrüchen suchen Menschen nach Sinnstiftung und Orientierung, die sie scheinbar in solchen Angeboten finden.

Heutige Erscheinungsformen sind sehr vielfältig – vom Kartenleger, Homöopathen, Anthroposophen bis hin zum Geistheiler oder spirituellen Lehrmeister, auch fanatischen oder politisch-extremen Gruppen[11] aus verschiedenen Spektren, kann alles vorhanden sein, dazu kann es eine vielfältige Vermischung sämtlicher Ansätze geben. Die Anzahl der Gruppen geht in die Hunderte. Sie haben in den letzten 150 Jahren[12] verschiedene Lebenswege und Hilfsansätze entwickelt, die in der heutigen alternativen Medizin, bei Heilpraktikern und Psychologen, in einigen Fällen in der Reformpädagogik[13] und teilweise in der ökologischen Landwirtschaft (biologisch-dynamisch o.a. als Demeter-Anbau[14]) vorkommen können. Es gibt aber auch viele andere Ansätze, die hier nicht Erwähnung finden können. Für Außenstehende ist dieser Bereich nicht überschaubar. Rund 0,8 Prozent der Bevölkerung sind diesen Gruppen zuzurechnen. Von harmlosen Ansätzen bis zu gefährlichen Kulten/Sekten kann alles vorkommen[15].

Warum werden diese Ansätze aus der Perspektive der Legasthenieforschung abgelehnt?

Diese Ansätze sind von ihren Grundannahmen her durch empirische Forschung[16] weder messbar noch belegbar. Aus diesem Grund gehören sie in die private Glaubenswelt. Im Forschungs- und Bildungsbereich und in der seriösen LRS-Förderung bzw. Coaching haben diese Ansätze nichts verloren und werden abgelehnt, seriöse Anbieter in diesem Spezialbereich müssen sich an die Kriterien des Deutschen Philologen Verbandes e. V.[17] halten, die nicht nur für Nachhilfeangebote gelten, sondern auch auf unser Fachgebiet zutreffen.

Was nicht belegbar ist, hat für die Förderung keinen Nutzen

Da die alternativ-spirituellen Ansätze nicht belegbar sind und eher ein Placebo-Effekt zu vermuten ist, haben diese Ansätze für die Förderung keinen nachweislichen Nutzen. Jeder Förderansatz muss von einer wissenschaftlichen Theorie abgeleitet sein, ist er es nicht, ist der Lernerfolg für die Betroffenen von keinem Nutzen.

Experten weisen auf mögliche Gefahren spirituell-esoterischer Ansätze hin

In der Regel sind solche Ansätze preisintensiv und es besteht die Gefahr, bei solchen Konzepten in eine seelische Abhängigkeit zu geraten. Solche Methoden werden immer wieder von Heilpraktikern oder Psychologen angewandt. Die Gefahr einer seelischen Abhängigkeit[18] sollte nach Einschätzung von Experten nicht unterschätzt werden. Der Einstieg in eine kultische Gruppe kann fließend sein. Die psychologische Praxis zeigt, dass der Einstieg in eine solche Gruppe wegen seelischer Abhängigkeit von einem Guru recht schnell gehen kann. Der Ausstieg aus diesen spirituellen Gruppen ist selten einfach[19]. Nicht alle machen abhängig, es gibt viele Ansätze, die kurzfristig im Alltag als Sinnstiftung oder Lebenshilfe genutzt werden. Seit 1990 gibt es in Deutschland einen regelrechten Boom auf dem Gebiet der Esoterikszene.  Die Umsätze der Esoterikbranche wachsen: 2000 waren es 9 Milliarden Euro, 2010 bereits 20 Milliarden; für 2020 werden 35 Milliarden Euro prognostiziert[20]. Fachleute gehen davon aus, das rund 13 Prozent der Bevölkerung für spirituell-esoterische Ansätze offen sind[21].

Es mag sein, dass im Volksmund der Spruch gilt: „Wer heilt, der hat recht“[22], dieser wird denn auch als beruhigendes Argument im alternativen Bereich verwendet. Das kann häufig mit Selbsttäuschung einhergehen, denn sicherlich mag der Glaube daran Placebo-Ergebnisse hervorrufen, wissenschaftlich sind die Ergebnisse nicht zu belegen. Das betrifft nicht nur die alternative Medizin, sondern auch die Pädagogik, wo in den letzten 10 Jahren spirituell-esoterische Angebote zugenommen haben[23].

Hier sind ein paar Persönlichkeiten, die zu den Bestsellern der heutigen Szene in Deutschland gehören: Rüdiger Dahlke[24], Bert Hellinger[25], Joseph Murphy[26] sind nach unseren Recherchen neben einigen anderen die geläufigsten Buchautoren der heutigen Esoterik-Szene.

Warum tendieren einige Eltern zu Reformschulen und alternativen LRS-Förderansätzen?

Häufig versuchen Familien ihre Kinder mit Lernschwächen auf reformpädagogische Schulen zu schicken. Dieser Trend ist auch in unserem Fachbereich zu beobachten. Das ist kein Massenphänomen, sondern eine aktuelle Bildungsnische. Schüler mit Lernschwächen werden im staatlichen Bildungswesen nicht adäquat gefördert, das ist ein häufiges Argument der Eltern der betroffenen Schüler für den Trend zu alternativen Schulen. Eltern sind häufig überfordert, wenn es bei Kindern mit Lernschwächen um die richtige Schulwahl geht. Manche Eltern sehen Alternativschulen kritisch, andere wiederum sind dafür offen. Da gibt es in der Elternschaft keinen Konsens, weil dort verschiedene Weltsichten aufeinandertreffen.

Aus didaktischer Sicht sind wissenschaftlich nicht überprüfbare Ansätze, wie sie in der Reformpädagogik häufig anzutreffen sind, in der Diagnostik, Förderung und beim Coaching von Betroffenen abzulehnen. Denn es gibt keine Belege dafür, dass diese Ansätze den Betroffenen helfen könnten.

Nach unserer Einschätzung gehören folgende alternativ-esoterischen Ansätze nicht in die Förderung von Betroffenen: Nicolay-Methode, Davis-Methode, LRS-Bachblüten-Therapie, Funktionaloptometrie gegen Winkelfehlsichtigkeit, Laising-Methode, Atlas-Plus. Für alle aufgeführten Ansätze gibt es keine wissenschaftlichen Belege auf Wirksamkeit bei Betroffenen mit Lese-Recht-Schreibschwierigkeiten bzw. anderen Lernproblemen.

Positive Aspekte der Reformschulen und alternativen Ansätze

Positive Aspekte dieser Ansätze können sein, dass man dabei die gesamte persönliche Entwicklung der Schüler im Blick hat. Man fördert z.B. besonders die Naturverbundenheit oder Kreativität wie auch das selbständige Lernen. Auch kleinere Schulklassen können bei Eltern ein Argument sein, um Kinder bei einer freien Schule anzumelden.

Reformschulen sind nicht immer für den Schriftspracherwerb förderlich

Was ist aus der Perspektive der Forschung an diesen Ansätzen abzulehnen? Die esoterische Weltbildbildung nach Rudolf Steiner hat in der seriösen Förderung von Legasthenikern und anderen Lernschwachen keinen Platz. Andersherum gefragt, wie sollen Kinder ohne zielgerichtete Förderung das Lesen und Schreiben lernen? Aus der Praxis sind uns nicht wenige Fälle bekannt, in denen Schüler an verschiedene reformpädagogische Schulen gingen und der Schriftspracherwerb ohne deutliches Konzept gefördert wurde. Man ließ die Kinder sehr auf sich allein gestellt, um sich freiwillig dem Lesen und Schreiben zu widmen. Strittige Ansätze kennt man vom vieldiskutierten Schweizer-Modell (Schreiben nach Gehör), das ein reformpädagogischer Ansatz ist. Es gibt wissenschaftliche Belege, dass diese Methode in der Deutschdidaktik umstritten ist.

Aus der Perspektive der derzeitigen Forschung sind diese methodischen Ansätze bei der Förderung betroffener Schüler kritisch zu sehen. Ein Argument dafür ist, dass die Lernrückstände im Schriftspracherwerb nach der Grundschulzeit konstant bleiben können. Die Gefahr ist nicht zu unterschätzen, dass betroffene Schüler erst recht seelische Probleme entwickeln können, weil sie keine didaktische Hilfe im Schriftspracherwerb erhalten. Darum sind Reformschulen für Betroffene nicht immer von Vorteil, die Eltern sollten sich immer das schriftsprachliche Konzept der jeweiligen Schulen ansehen. Wenn die Eltern eine esoterische Weltsicht nicht kennen oder teilen, sollten sie sich die Konzepte im Detail genauer ansehen. Die Schulen sind sehr verschieden in ihrer Umsetzung ihrer Konzepte.

 Weiterführende Quellen zum Nachlesen:

Anne Höhl. „Aroma-Dusche im Klassenzimmer“. Süddeutsche Zeitung, 24. September 2013. http://www.sueddeutsche.de/bildung/esoterik-in-der-schule-aroma-dusche-im-klassenzimmer-1.1477223.

Barbara Singer. „Wie Menschen in der Esoterik abgefangen werden“. Brisante Bücher und Artikel zu den Themen Psychologie und Spiritualität. https://autorinbarbarasinger.wordpress.com, 30. März 2013. https://autorinbarbarasinger.wordpress.com/2013/03/30/wie-menschen-in-der-esoterik-abgefangen-werden/.

Claudia Barth. Esoterik – die Suche nach dem Selbst – Sozialpsychologische Studien zu einer Form moderner Religiosität. Bielefeld: transcript Verlag, 2011. http://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-1627-9/esoterik-die-suche-nach-dem-selbst.

Deutscher Philologen Verbandes e. V. „Kriterienliste_nachhilfestudios.pdf“, o. J. https://www.dphv.de/fileadmin/_migrated/content_uploads/Kriterienliste_nachhilfestudios.pdf.

Dieter Rüggeberg. „verlag-dr.de“. Verlag für esoterische Literatur, o. J. http://www.verlag-dr.de.

EKD. „Esoterik“. Glaubens-ABC, 22. April 2017. https://www.ekd.de/glauben/abc/esoterik.html.

Evelyn Finger, und Detlef Pollack. „Die Renaissance der Unvernunft – Der Glaube an und für sich“, 13. Mai 2013. http://www.zeit.de/2013/21/esoterik-detlef-pollack.

„Forschung“. http://www.deacademic.com. Zugegriffen 22. April 2017. http://universal_lexikon.deacademic.com/34388.

Legasthenie Coaching – Institut für Bildung und Forschung gUG (haftungsbeschränkt). „Leitbild“. Zugegriffen 5. Januar 2017. https://www.legasthenie-coaching.de/leitbild/.

Michael Utsch. „Fanatismus“. Lexikon. Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen, 2017. http://www.ezw-berlin.de/html/3_8600.php.

„Nur ein Geschäft – Esoterikbranche glaubt selbst nicht an ihr ‚Produkt‘“. 3sat, 29. Oktober 2013. http://www.3sat.de/page/?source=/nano/gesellschaft/173041/index.html.

Psiram.com – Realismus als Chance. „Wer heilt hat recht“, 2016. https://www.psiram.com/de/index.php/Wer_heilt_hat_Recht.

„Psychologische Beratungsangebote und -erfahrungen – Wege des Einstiegs in eine sogenannte Sekte und Wege des Ausstiegs“. Zeitschrift für Weltanschauungsfragen. Berlin: Evangelische Zentrale für Weltanschauungsfragen, Februar 2017. http://www.ezw-berlin.de/downloads/Materialdienst_02_2017_6-14s.pdf.

Religionswissenschaftlicher Medien- und Informationsdienst e. V. – REMID. „Mitgliederzahlen: Sonstige“. Religionswissenschaft. remid.de. Zugegriffen 22. April 2017. http://remid.de/info_zahlen/verschiedene/.

Sekten-Info Essen e.V. „Zum Thema Esoterik in der Beratungsarbeit“. Beratungsstelle. Zugegriffen 5. Januar 2017. http://sekten-info-nrw.de/index.php?option=com_content&task=view&id=71.

„Theosophische Gesellschaft in Deutschland e.V.“. Selbstdarstellung. Zugegriffen 29. April 2017. http://theosophische-gesellschaft.org.

Ulrike Köppchen. „Bildung: Die blinden Flecken der Reformpädagogik“. Deutschlandfunk Kultur, 5. November 2015. http://www.deutschlandradiokultur.de/bildung-die-blinden-flecken-der-reformpaedagogik.976.de.html?dram:article_id=318358.

Wikipedia. „Alchemie“. Zugegriffen 1. Mai 2017. https://de.wikipedia.org/wiki/Alchemie.

———. „Bert Hellinger“. Zugegriffen 1. Mai 2017. https://de.wikipedia.org/wiki/Bert_Hellinger.

———. „Demeter_(Anbauverband)“. Zugegriffen 1. Mai 2017. https://de.wikipedia.org/wiki/Demeter_(Anbauverband).

———. „Helena Blavatsky“, 26. April 2017. https://de.wikipedia.org/wiki/Helena_Petrovna_Blavatsky.

———. „Joseph Murphy“, 5. Januar 2017. https://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Murphy.

———. „Kabbalah“. Zugegriffen 1. Mai 2017. https://de.wikipedia.org/wiki/Kabbalah.

———. „Manichäismus“. Zugegriffen 1. Mai 2017. https://de.wikipedia.org/wiki/Manichäismus.

———. „Zoroastrismus“. Zugegriffen 1. Mai 2017. https://de.wikipedia.org/wiki/Zoroastrismus.

[1] EKD, „Esoterik“, Glaubens-ABC, 22. April 2017, https://www.ekd.de/glauben/abc/esoterik.html.

[2] Legasthenie Coaching – Institut für Bildung und Forschung gUG (haftungsbeschränkt), „Leitbild“, zugegriffen 5. Januar 2017, https://www.legasthenie-coaching.de/leitbild/.

[3] Claudia Barth, Esoterik – die Suche nach dem Selbst – Sozialpsychologische Studien zu einer Form moderner Religiosität (Bielefeld: transcript Verlag, 2011), http://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-1627-9/esoterik-die-suche-nach-dem-selbst.

[4] Wikipedia, „Zoroastrismus“, zugegriffen 1. Mai 2017, https://de.wikipedia.org/wiki/Zoroastrismus.

[5] Wikipedia, „Manichäismus“, zugegriffen 1. Mai 2017, https://de.wikipedia.org/wiki/Manichäismus.

[6] Wikipedia, „Alchemie“, zugegriffen 1. Mai 2017, https://de.wikipedia.org/wiki/Alchemie.

[7] Wikipedia, „Kabbalah“, zugegriffen 1. Mai 2017, https://de.wikipedia.org/wiki/Kabbalah.

[8] Dieter Rüggeberg, „verlag-dr.de“, Verlag für esoterische Literatur, (o. J.), http://www.verlag-dr.de.

[9] Wikipedia, „Helena Blavatsky“, 26. April 2017, https://de.wikipedia.org/wiki/Helena_Petrovna_Blavatsky.

[10] „Theosophische Gesellschaft in Deutschland e.V.“, Selbstdarstellung, zugegriffen 29. April 2017, http://theosophische-gesellschaft.org.

[11] Michael Utsch, „Fanatismus“, Lexikon, Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen, (2017), http://www.ezw-berlin.de/html/3_8600.php.

[12] Claudia Barth, Esoterik – die Suche nach dem Selbst.

[13] Ulrike Köppchen, „Bildung: Die blinden Flecken der Reformpädagogik“, Deutschlandfunk Kultur, 5. November 2015, http://www.deutschlandradiokultur.de/bildung-die-blinden-flecken-der-reformpaedagogik.976.de.html?dram:article_id=318358.

[14] Wikipedia, „Demeter_(Anbauverband)“, zugegriffen 1. Mai 2017, https://de.wikipedia.org/wiki/Demeter_(Anbauverband).

[15] Religionswissenschaftlicher Medien- und Informationsdienst e. V. – REMID, „Mitgliederzahlen: Sonstige“, Religionswissenschaft, remid.de, zugegriffen 22. April 2017, http://remid.de/info_zahlen/verschiedene/.

[16] „Forschung“, http://www.deacademic.com, zugegriffen 22. April 2017, http://universal_lexikon.deacademic.com/34388.

[17] Deutscher Philologen Verbandes e. V., „Kriterienliste_nachhilfestudios.pdf“ o. J., https://www.dphv.de/fileadmin/_migrated/content_uploads/Kriterienliste_nachhilfestudios.pdf.

[18] Barbara Singer, „Wie Menschen in der Esoterik abgefangen werden“, Brisante Bücher und Artikel zu den Themen Psychologie und Spiritualität, https://autorinbarbarasinger.wordpress.com, (30. März 2013), https://autorinbarbarasinger.wordpress.com/2013/03/30/wie-menschen-in-der-esoterik-abgefangen-werden/.

[19] „Psychologische Beratungsangebote und -erfahrungen – Wege des Einstiegs in eine sogenannte Sekte und Wege des Ausstiegs“, Zeitschrift für Weltanschauungsfragen (Berlin: Evangelische Zentrale für Weltanschauungsfragen, Februar 2017), http://www.ezw-berlin.de/downloads/Materialdienst_02_2017_6-14s.pdf.

[20] „Nur ein Geschäft – Esoterikbranche glaubt selbst nicht an ihr ‚Produkt‘“ (3sat, 29. Oktober 2013), http://www.3sat.de/page/?source=/nano/gesellschaft/173041/index.html.

[21] Evelyn Finger und Detlef Pollack, „Die Renaissance der Unvernunft – Der Glaube an und für sich“, 13. Mai 2013, http://www.zeit.de/2013/21/esoterik-detlef-pollack.

[22] Psiram.com – Realismus als Chance, „Wer heilt hat recht“, 2016, https://www.psiram.com/de/index.php/Wer_heilt_hat_Recht.

[23] Anne Höhl, „Aroma-Dusche im Klassenzimmer“, Süddeutsche Zeitung, 24. September 2013, http://www.sueddeutsche.de/bildung/esoterik-in-der-schule-aroma-dusche-im-klassenzimmer-1.1477223.

[24] Sekten-Info Essen e.V., „Zum Thema Esoterik in der Beratungsarbeit“, Beratungsstelle, zugegriffen 5. Januar 2017, http://sekten-info-nrw.de/index.php?option=com_content&task=view&id=71.

[25] Wikipedia, „Bert Hellinger“, zugegriffen 1. Mai 2017, https://de.wikipedia.org/wiki/Bert_Hellinger.

[26] Wikipedia, „Joseph Murphy“, 5. Januar 2017, https://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Murphy.

Coaching Ratgeber: ohne Ziele kein Erfolg

Ohne Ziele keine Erfolg ..

Grafik von Legasthenie Coaching 2013

Das Jahr 2013 ist erst ein paar Tage alt, und wir schreiben unseren ersten Coaching Ratgeber zum Thema: ohne Ziele kein Erfolg.

Besonders als Legastheniker ist es nicht in jedem Fall einfach, sich Ziele zu setzten. Das hat verschiedene Hintergründe. Zum einen sind die meisten von uns an vielen Dingen interessiert, haben spannende Hobbys, und uns interessiert die Welt um uns herum. Nicht oberflächlich, sondern in ihrer Vielschichtigkeit und Tiefe. Dies sind wunderbare Eigenschaften, diese sind nützlich für viele Bereiche im Leben. Man könnte sie für kreative und karitative Aufgaben nutzen, oder vielleicht, um als Wissenschaftler neue Dinge zu entdecken. Genau diese Fertigkeiten werden in der kommenden Wissensgesellschaft benötigt.

Die Kehrseite dieser Fähigkeiten kann aber auch sein, dass man sich mit diesen verzettelt und auf allen möglichen Hochzeiten zu tanzen versucht. Auf ein paar wenigen Feldern kann es durchaus eine gute Abwechslung sein – es ist aber für eine zielgerichtete Lebensplanung nicht gerade erfolgsversprechend. Genau hier wird diese Stärke zu einer Schwäche, die uns Orientierungslosigkeit bescheren kann. Sicherlich gibt es ziemlich erfolgreiche Legastheniker, die auf mehreren Gebieten ziemlich erfolgreich wurden. Es sind aber die wenigsten! Die Mehrheit ist mit ihren guten Fähigkeiten in den meisten Fällen gescheitert. Hier gibt es auch deutliche Berührungspunkte zu Hochbegabten; drum gehen öfter als angenommen Legasthenie und Hochbegabung eine enge Verbindung ein.

Wir beobachten es häufig bei unseren Schützlingen im Erwachsenenalter, dass es diesen ziemlich schwer fällt, Prioritäten zu setzten. Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass dies eine große Schwäche von vielen legasthenen und dyskalkulen Menschen sowie auch von Hochbegabten ist.
Sieht man sich die Biografien von erfolgreichen Legasthenikern an, ist zu beobachten, dass sie gelernt haben, sich auf diejenigen ihrer Fähigkeiten zu konzentrieren, wo sie besonders stark waren (oder aus sind). Diese Leute hatten, wenn sie hartnäckig genug waren und durchhielten, auch Erfolg. Hierbei denken wir nicht gleich an einen Nobelpreisträger, nein es kann auch der geschickte Fußballspieler oder der Bäckermeister mit seinen leckeren Kuchen sein. Nur zur Beruhigung: nicht jeder Legastheniker ist ein Genie! Auch wenn es vermutlich unter ihnen deutlich häufiger welche gibt, als in der Gesamtpopulation.

Die Überzahl der Legastheniker gehört zum normalen Durchschnitt mit guten Fähigkeiten, die man in vielen Bereichen einsetzen kann.

Als weiteres Problem beobachten wir, dass recht viele von ihnen über lange Zeit keine Klarheit haben, woher die Schwächen herrühren, wenn sie unabhängig von der Intelligenz sind – wie es bei einer Legasthenie der Fall ist.

In Deutschland beobachten wir sehr unterschiedliche Biografien, diese sind in jedem Bundesland unserer Bundesrepublik verschieden. Hier ist das gesamte Spektrum von Sonderschule, Hauptschule, Mittelschule bis Gymnasium oder gar Hochbegabtenschule möglich, weil man selten die Probleme richtig einschätzen kann. Hier in Dresden und Sachsen kann man auch nicht die LRS-Klassen in staatlichen Schulen zu den fortschrittlichen Lösungen zählen. Ohne eine Klassifizierung und Differenzierung ist dies für die Betroffenen aus wissenschaftlicher Perspektive strittig.
Wie man sieht, kann man je nach geografischer Lage als Legastheniker in Deutschland Glück oder Pech haben. Das wird sich auch in der Fähigkeit, sich Ziele für einen möglichen beruflichen Erfolg zu setzen, auswirken. Zum anderen spielt auch das soziale Umfeld bei den Familien eine wichtige Rolle. Hier können Legasthener im positiv wie auch negativ beeinflusst werden.
Wir beobachten, dass man es lernen kann, sich auf seine Fähigkeiten zu konzentrieren, um auch einmal seinen Platz im Leben finden zu können.

Tipps:
Um die Ziele für sein Leben zu entdecken, muss man genauer hinsehen, wo die eigenen Stärken und Schwächen sind. Besonders wenn es um die Berufswahl geht, sollte man sich im Klaren sein, wofür man als Legastheniker gut geeignet ist. Denn eine Umorientierung ist später ziemlich mühsam, auch wenn man sich auf einem anderen Gebiet einmal ausprobiert hat.

Als nächster Punkt: Es ist auch wichtig, dass man sich nicht zu viele Ziele setzt. Lieber ein paar, die man in einem abgesteckten Zeitraum umsetzen kann, als sich zu verzetteln. Welche Ziele bringen Dich am schnellsten an Dein Ziel, weil Du vielleicht gute Fähigkeiten in einem Fachbereich hast? Was sehr wichtig ist: Sei Dir im Klaren darüber, welcher Beruf oder welches Studium zu Deinen Fähigkeiten passt. Nutze die Gelegenheit, Dich praktisch auszuprobieren. Z.B. in Form von Praktika oder einem freien sozialen Jahr, um zu sehen, ob dieser Bereich für Dich der richtige ist.
In Praktika oder Ferienjobs kann man herausfinden, ob dieser Berufswunsch der richtige ist, oder auch nicht. So kann es auch mit anderen Zielen im Leben sein. Ideen kann man haben, man sollte es auch wagen, diese in die Praxis umzusetzen – denn Träume entsprechen meistens nicht der Realität und lösen sich oft in Luft auf. Mit Luftschlössern wirst Du, egal was Du anpackst, keinen Erfolg haben!

Setze Dir Ziele und gehe diese an! – Dann wirst Du auch schrittweise Erfolge verzeichnen.

Kommentar: DeutschlandRadio berichtet einseitig über Legasthenie und Dyskalkulie

Gestern haben wir den Radiobericht beim Dradio mit Spannung angehört. Und wir werden jetzt diesen Bericht kommentieren. Er ist es jedenfalls Wert, sich kritisch und differenziert damit auseinander zu setzen.

Erstens Fragen wir uns: Warum immer die gleichen Fachleute zum Thema Legasthenie und Dyskalkulie von den Medien befragt werden. Warum ist es immer, Prof. Schulte-Körne vom wissenschaftlichen Beirat des Bundesverbandes Legasthenie und Dyskalkulie e. V.? Es gibt sicherlich viele andere Wissenschaftler, die sich mit der Thematik befassen und bestens Bescheid wissen. Außerdem fehlte in dem Bericht ein Betroffener, der geschildert hätte, wie er diese Probleme am eigenen Leib erlebt. Mit dieser Art der Berichterstattung kann jedenfalls keine wirklich objektive Sichtweise möglich sein. Unserer Meinung nach ist das alles andere als aufklärender Journalismus!

Zweitens sind die angebenden Zahlen von 4-8 Prozent nicht gesichert, weil es nur grobe Schätzungen sind. Es gibt keine Studien dazu, weder national noch international! Im Interview mit Schulte-Körne fiel auf, dass er zwar die Symptome einer „Lese-Rechtschreibstörung“ gut beschreibt, jedoch ist seine Darstellung, ähnlich wie wir das vom Selbsthilfeverband her kennen, einseitig medizinisch-psychologisch. Es gibt weitere wissenschaftliche Richtungen, die man in die Fragestellung hätte einbeziehen müssen, unabhängig vom Selbsthilfeverband. Möglicherweise vertritt dieser Selbsthilfeverband insbesondere die Interessen der Pharmaindustrie. Die umschriebene Symptomatik einer Legasthenie nach ICD-10 Diskrepanzklassifizierung der WHO ist der heiß diskutierten und höchst umstrittenen Erscheinungsform AD(H)S sehr ähnlich – und lediglich grob zusammengefasst dargestellt worden. Der Öffentlichkeit muss klar sein, je breiter Klassifizierungen sind, desto mehr Menschen können als therapierbar eingestuft werden. Darum vertritt dieser Selbsthilfeverband anscheinend nicht die Interessen der Betroffenen, sondern wahrscheinlich die Interessen der Pharmaindustrie (wie wir schon am 30. Mai 2009 berichteten). Sehr ähnlich, wie wir sie bei der ADHS erleben. Erkennen Sie die ähnlichen Parallelen? Es sind mit Sicherheit die selben!

Als nächsten Punkt: Es gibt nach wie vor noch keine wissenschaftlichen Beweise, dass eine Legasthenie oder Dyskalkulie therapierbar ist. Allerdings weisen einige führende Wissenschaftler darauf hin, dass man die sehr komplexen Schwierigkeiten umfassend mit einem speziellen Training kompensieren kann. Daher ist, unserer Meinung nach, weder die Herangehensweise und das Verständnis des Selbsthilfeverbandes wissenschaftlich fundiert, noch für uns „Betroffene“ in irgendeiner Form dienlich. Denn anstatt integrativ zu arbeiten, wie dies dieser Verband seit Jahrzehnten propagiert, produzieren wir, genau genommen, keine Integration, sondern im großen Stil und Ausmaß „Scheinkranke für die Pharmaindustrie“. Wenn eine Legasthenie / Dyskalkulie familiär bedingt ist, ist es eine natürliche Anlage des Menschen und braucht besondere pädagogische Förderung, um in der Schule klarzukommen und keine Therapie. Erst neulich warnten andere Wissenschaftler dass wir mehrere Millionen „Scheinpatienten“ produzierten und gingen auch kurz auf das Thema Legasthenie ein. Wir beobachten es auch in unserer praktischen Arbeit, dass es tatsächlich so ist. Wir warnen die Eltern, weil unser Fokus die differenzierte Diagnostik und Förderung sein muss, um den Kindern einen Therapiemarathon zu ersparen. Sicherlich sollen die Betroffenen Hilfe von den Gesundheitsberufen erhalten, wenn sie diese benötigen. Das ist auch unsere Sicht und Herangehensweise.

So wie es der Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie e. V. darstellt, funktioniert es allerdings in der Praxis nicht. Wir beobachten hier in Dresden und allgemein in Sachsen, dass es von öffentlicher Seite keine differenzierte Hilfe und kaum finanzielle Unterstützung gibt. Dass unsere Kinder erst einmal seelisch behindert sein müssen, um „therapiert“ werden zu können, ist eine Tatsache, die uns sehr nachdenklich stimmt. Nach unserer Sicht ist es eine äußerst unmenschliche Situation, über diese bürokratischen Umwege der Jugendämter eine entsprechende Förderung zu erhalten. Wir müssen uns als Gesellschaft fragen, was sind uns denn Kinder unsere uns Wert? Wollen wir sie alle durch Therapie perfektionieren, und die Kinderseelen erst Recht krankmachen? Oder wollen wir Ihnen erstklassige Bildung ermöglichen? Sicherlich muss sich diese Frage jeder persönlich stellen. Doch sei an dieser Stelle gesagt, dass es sich um eine überlebenswichtige Frage für unser Gemeinwesen handelt, wie wir künftig unsere Kinder umfassend fördern wollen!

Dann haben wir noch einen weiteren Punkt, der uns in der Radiosendung des Dradio aufgefallen ist: das Marburger Rechtschreibtraining wird als Therapieform angepriesen. Das ist ja, sowas von einseitig! Sicherlich kann man dieses Rechtschreibtraining mit in die Förderung integrieren, doch es gibt viele andere Möglichkeiten, diese Kinder kreativ zu fördern.

Leider wurden zum Thema Dyskalkulie kaum Aussagen getroffen. Was aus wissenschaftlicher Sicht jedenfalls falsch ist, dass die Dyskalkulie eine ganz eigene „Störung“ sein soll. Nach unseren Beobachtungen ist die Wahrscheinlichkeit von einer Kombination Legasthenie/Dyskalkulie betroffen zu sein bei 40-70 Prozent, als eher wahrscheinlich. Verschiedene andere Wissenschaftler kennen auch verschiedene Kombinationen dieser Lernschwierigkeiten, wir beobachten diese auch in unserer Arbeit.

Fazit: Uns zeigt es wieder, dass unsere öffentlichen Medien nicht unabhängig über diese Themen berichten. Dass bringt uns jedenfalls in der ganzen Diskussion nicht weiter.

Hier erhalten Sie den Link zum Mitschnitt.