Wir wünschen allen einen guten Schulstart!


Viel Erfolg in der Schule! 

Heute beginnt für die meisten Schüler das Neue Schuljahr 2016/2017.

Dazu wünschen wir allen einfühlsame und verständnisvolle Lehrer – die euch Fördern und herausfordern eure Potenziale zu entfalten.

Für unseren größeren Schützlingen wünschen wir auch einen guten Schulstart! Und viel Erfolg fürs kommende Schuljahr.

Eltern die Ihre Kinder für eine Einzelförderung bei uns anmelden wollen, sollten sich beeilen. Denn wir haben für das neue Schuljahr nur noch wenige Plätze frei.

Wir wünschen als Legasthenie-Coaching-Team einen guten Start.

 

Wie gehen Unternehmen am besten mit legasthenen Fachkräften um?

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Legasthene Fachkräfte können für Unternehmen eine Chance sein

Unternehmen sind künftig mehr gefordert, sich legasthenen Fachkräften zu widmen. Bis heute kennen sich wenige Personalabteilungen mit dieser Problematik aus. Hierbei spielt es keine Rolle, ob es kleine oder mittelständische Unternehmen, Behörden, Sozialverbände oder kirchliche Träger sind – die meisten sind mit der Thematik Legasthenie überfordert. Sie wissen nicht, wie sie mit betroffenen Mitarbeitern umgehen sollen. Unsere Erfahrungen mit Unternehmen sind sehr breit gefächert – von offenem und verständnisvollem Umgang mit diesen Fachleuten bis hin zu Mobbing können wir aus der Praxis berichten.

Viele Probleme entstehen, weil Betroffene am Arbeitsplatz nicht offen mit ihren Lese-Rechtschreibproblemen umgehen. In Einzelfällen gehen Legastheniker mit ihrer Schwäche pragmatisch um und sprechen gleich beim Einstellungsgespräch an, dass sie ein größeres Problem mit der Grammatik und Orthografie haben. Die Reaktionen der zuständigen Personaler dazu sind verschieden. Je nach Branche reagieren die Entscheider positiv, ablehnend oder gar verunsichert auf legasthene Bewerber. Der Fehler ist häufig, dass Unternehmen sich mit einer Krankheit oder gar mit einer Behinderung konfrontiert sehen. In Wirklichkeit ist sie aber eine kompensierbare Lese-Rechtschreibschwäche. Recherchieren Unternehmen und landen bei der Definition der WHO, welche eingefordert hat, die Legasthenie in der ICD-10 Klassifikation als psychisches Störbild einzuordnen, sind sie verunsichert. Leider hat der Bundesverband Legasthenie in den letzten 40 Jahren die Öffentlichkeit nur einseitig aufgeklärt, denn nicht alle Legastheniker sind krank oder seelisch behindert. Die meisten Betroffenen sind psychisch gesund, da sie ein gutes Umfeld und einen stabilen sozialen Hintergrund hatten, welches sie förderte und in welchem sie eine stabile psychische Gesundheit entwickeln konnten. Sozial Benachteiligte sind wesentlich häufiger von seelischen Problemen geplagt, im Vergleich zu Betroffenen aus der sozialen Mittelschicht – so sind unsere Beobachtungen.

Sieht man sich diese komplexen Zusammenhänge an, muss man sich nicht wundern, dass Legastheniker bei ihren Arbeitgebern häufiger Erklärungsnöte haben. Auch wenn es gut ausgebildete Ingenieure, Manager, Wissenschaftler oder andere Spezialisten sind – Personalabteilungen wissen häufig nicht, wie sie mit diesen Mitarbeitern umgehen sollen. Darum werden solche Probleme oft verschwiegen. Unweigerlich wird das zu Konflikten führen – zumindest langfristig. Betroffene werden unweigerlich bei schriftlichen Arbeiten Fehler machen. Das kann bei unverständigen Arbeitgebern nicht selten zu einer Entlassung führen, insbesondere wenn die Probleme nicht angesprochen und bewältigt werden.

Eine Legasthenie lässt sich im Arbeitsalltag selten verbergen, aber sie kann gut im praktischen Arbeitsalltag mit Hilfe von Spezialisten bewältigt werden. Heutzutage gibt es fast keinen Beruf mehr, der von Legasthenikern nicht ausgeübt werden könnte. Es gibt technische Hilfsmittel für die Arbeit am Computer, die die schriftliche Arbeit erleichtert kann. Zuvor müssen Fachleute anhand ihrer berufsbiografischen Entwicklung und den Lese-Rechtschreibproblemen im Berufsalltag beurteilt werden. Dazu gibt es verschiedene berufsbezogene Persönlichkeits-Tests, mit welchen betroffene Fach- und Führungskräfte zusätzlich in ihrer gegenwärtigen Situation eingeschätzt werden können. Dabei werden Führungsfähigkeiten, psychische Konsistenz und viele weitere Bereiche getestet. Dies ermöglicht dann einen passgenauen Coaching- und Trainingsprozess für legasthene Fach- und Führungskräfte.

Nicht selten haben Unternehmen und Institutionen mit Legasthenikern eine wertvolle Bereicherung ihrer Humanen Resources und damit ihrer fachlichen Qualitäten. Diese sind in allen erdenklichen Bereichen und Branchen auffindbar. Nicht selten sind Legastheniker in kreativen, sozialen und innovativen Berufssparten anzutreffen.

Personalabteilungen sollten daher die Fähigkeiten dieser Mitarbeiter als besondere Chance erkennen und sie fördern. Dies ermöglicht Betroffenen eine chancengleiche Inklusion in die Arbeitswelt und ist eine Win-Win-Situation, denn beide Seiten profitieren davon. Dieser Prozess erfordert Geduld und viel Einfühlungsvermögen. Unsere Erfahrungen zeigen, dass es möglich ist, Legastheniker erfolgreich beruflich zu integrieren.

Legastheniker sind die besseren Führungskräfte

Erfolg mit Legasthenie

Alle Bildrecht bei http://www.flickr.com/photos/schoeband/

Bisher gibt es wenige Studien über Legastheniker in Führungspositionen. Die Professorin Julie Logan von der Cass Business School in London untersucht seit einigen Jahren, warum Legastheniker die besseren Führungskräfte sind.

Logan hat folgende Merkmale in einer Studie ausfindig gemacht: doppelt so viele Legastheniker sind Unternehmer oder Führungskräfte, als Nicht-Legastheniker. Legastheniker fühlen sich als Rädchen in einer Firmenstruktur oftmals sehr unwohl. Als Unternehmer und Chef können sie dagegen Dinge auf ihre Art und Weise tun. Das scheint ein wichtiger Grund zu sein. Zudem gibt es nicht selten Vorbilder in der Familiengeschichte oder im Umfeld, die schon Unternehmer waren. Einige versuchen dann, diesen später nachzueifern.

Da die meisten trotz hoher Intelligenz im Bildungswesen scheitern, wo man sie oft genug hängen ließ, werden daher nicht wenige von ihren Misserfolgen zu besseren Leistungen angestachelt, um beweisen zu können, dass sie doch nicht so doof sind, wie man ihnen in der Schule weismachen wollte. Ein weiterer Grund, um die Schwächen im Lesen und Schreiben zu kompensieren.

Öfters werden sie zu überzeugenden Rednern, und lernen, andere für sich zu gewinnen. Besonders der, der eine Firma führt, benötigt ja genau diese ausgeprägten kommunikativen Fähigkeiten, um Geschäftsideen erfolgreich beispielweise an Investoren verkaufen zu können – oder um Mitarbeiter zu motivieren. Von Legasthenikern, die Führungskräfte sind, hört man häufiger, dass sie gut mit Menschen umgehen können. Sie verfügen meistens über eine sehr gute Menschenkenntnis, weil sie lernen mussten, in der Schule überleben zu können. Dies schulte auch ihr Vertrauen, was ihnen nicht nur in der Mitarbeiterführung nützlich ist. Sie sind auch ehrlich mit sich selbst.

Im Laufe der Zeit haben sie gelernt, ihre Schwächen einzuschätzen und zu kompensieren, daher werden sie sich um die passenden Mitarbeiter kümmern, die einander gut ergänzen. Weil sie diese guten sozialen Fähigkeiten haben, werden sie auch eine passende Unternehmensstruktur aufbauen können, wo jeder seinen entsprechenden Platz im Unternehmen findet. Andere Manager haben oft den Nachteil, jeden Mitarbeiter als möglichen Konkurrenten zu fürchten. Legastheniker verlassen sich da auf ihre Erfahrung und Intuition, die sie ein Leben lang geschult haben, daher haben sie auch als Unternehmer oder Führungskräfte nicht selten deutlich mehr Erfolg als Nicht-Betroffene, die in Verantwortung sind.

Legastheniker in Führungsverantwortung haben nicht selten ein gutes Gespür, wie sie ein Unternehmen innovativ und strategisch ausrichten, weil es ihnen gelungen ist, sich auf die Kernkompetenzen konzentrieren zu können.

Genau diese Fähigkeiten beobachten wir bei anderen betroffenen Führungskräften in der praktischen Arbeit.

Ratgeber: Pseudo-Methoden aus der Esoterik in Förderung und Coaching sind strikt abzulehnen

Esoterik hat in der LRS-Fördderung nichts zu suchen!Ratgeber: Pseudo-Methoden aus der Esoterik sind bei Förderung und Coaching strikt abzulehnen

In den letzten Jahren haben wir in Dresden verschiedene Verfahren bzw. Methoden beobachtet, die bei betroffenen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zur Anwendung kamen.

Diese werden eingesetzt, um – mit wissenschaftlich nicht gesicherten Methoden – die visuelle oder auditive Verarbeitung der Teilleistungen bei den Kindern zu therapieren. Andere widmen sich den Problemen im Kopfgelenk (KISS-Syndrom), oder sie wollen mit Hörtraining, Blicktraining, Sehschule oder Händigkeitstraining eine Legasthenie, LRS oder Dyskalkulie wegtherapieren. Für diese Methoden gibt es keine wissenschaftlichen Belege. Eine Legasthenie / Dyskalkulie kann aber erwiesenermaßen durch pädagogische Förderung und mithilfe der Gesundheitsberufe ausgeglichen werden. Bei einer LRS oder erworbenen Rechenschwäche können Verhaltensprobleme durch Psychotherapie gelöst werden. Probleme mit der auditiven Wahrnehmung können auch im Kindesalter durch einen Logopäden gut behandelt werden.

Eine professionelle Einzelförderung basiert auf pädagogisch-didaktischen Methoden, bei denen spirituelle oder esoterische Ansätze nichts zu suchen haben.

Wir haben folgende Methoden auf unsere Negativliste gesetzt:

Diese Methoden versuchen u.a. auch Schwächen im Lesen, Schreiben und Rechnen sowie Verhaltensprobleme und Lernblockaden zu therapieren. Leider haben diese Ansätze bei nicht wenigen Fachleuten wie Pädagogen, Therapeuten, Ergotherapeuten und Logopäden Anklang gefunden.

Besonders perfide ist, dass die anvertrauten Schützlinge und Klienten meist zu wenig über diese Methoden wissen. Sie lassen sich mit diesen Pseudo-Methoden aus Psychologie und Esoterik behandeln, ohne sie im Detail zu kennen.

Daher müssen auch Eltern sensibilisiert werden, um nicht auf Arbeitsweisen hereinzufallen, die sehr viel Geld kosten, aber wenig nutzen bzw. nur Placebo-Effekte bewirken und dadurch große Enttäuschungen bringen – denn nicht selten werden große Wirkungen versprochenen. Sie sind i.d.R. auch nicht wissenschaftlich anerkannt.

Umfassende Einzelförderung muss auf sachlogischen und wissenschaftlich fundierten Theorien beruhen und verfolgt eine systematische fachdidaktische Hilfe. Das Coaching basiert auf einer professionellen methodischen Wissens- und Strategievermittlung durch wissenschaftliche und praktische Erfahrung auf diesem Gebiet. Feedback und Zielvereinbarungen gehören zur klassischen Herangehensweise, um auch nachweislich Lernfortschritte zu belegen. Das ist recht unspektakulär, bringt aber langfristige Lernerfolge in der Förderung und persönlichen Entwicklung des Schützlings. Daher ist dieser Weg auch deutlich effektiver als grenzwertige Ansätze, für die keine logischen und wissenschaftlichen Theorien existieren.

Eltern sollten sich bei der Suche nach passender Hilfe auch nach der Methodik erkundigen – ist diese fachdidaktisch nachvollziehbar? Oder entstammt sie vielleicht irgendwelchen Pseudo-Methoden?

Wir haben zu dieser Thematik im Fachmagazin wirtschaft & weiterbildung eine gute Buchempfehlung entdeckt.

Das „Schwarzbuch Personalentwicklung – Spinner in Nadelstreifen“ von Dr. Viktor Lau befasst sich zwar mit der Weiterbildung von Fach- und Führungskräften. Man kann die Aussagen dieses Buches auch auf unseren Fachbereich übertragen, der schon seit vielen Jahren sehr fragwürdige Blüten treibt.  Nicht selten kommen diese Ansätze auch bei verschiedenen Lerntherapeuten, Logopäden und Ergotherapeuten zur Anwendung.

Das Buch ist im Verlag Steinbeis-Edition erschienen.

Erstveröffentlichung 13.09.2013, überarbeitete Version vom 31.08.2016

Einen weiteren Artikel zum Thema: LRS-Förderung ist frei von alternativ-esoterischen Ansätzen, finden Sie hier.