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Auweia: Die Halbjahres-Zeugnisse werden bald verteilt!

Donnerstag, Februar 9th, 2012

Viele unserer Dresdner Schüler fürchten diesen Tag schon seit Wochen. Nun naht sehr bald die Zeugnisausgabe der Halbjahreszensuren in den Schulen. Für viele sind diese Zensuren schon richtungsweisend für eine mögliche Versetzung bzw. der Hinweis versetzungsgefährdet zu sein. Die letzten Monate haben viele Eltern mit ihrem Kind viel Zeit mit Üben verbracht. Einige haben es auch mit Nachhilfe oder Lerntherapie versucht. Doch in den wichtigen Schlüsselkompetenzen hat sich sehr oft kaum was weiter bewegt. In den Fächern Deutsch und Mathematik, auch manchmal in der Mitarbeit, dem Fleiß und der Ordnungsliebe oder gar im Betragen war in den letzten Monaten oft wenig Besserung in Sicht.

Nun stellt sich die große Frage für immer mehr Eltern, was sollen sie nun tun? Bei den wichtigen Fächern wie Mathe und Deutsch kann es sich manchmal um Motivationsprobleme oder Wissensdefizite handeln, sie können sich als vorübergehende Lese-Recht-Schreibschwäche (LRS) oder Rechenschwäche äußern. Diese zeigen sich in der Regel anhand von gleichmäßigen orthografischen Fehlern oder rechnerischen Regelfehlern. Diese kann man mit einer qualifizierten Nachhilfe in einigen Monaten sehr gut in den Griff bekommen. Das kann beispielsweise bei erworbenen Problemen der Fall sein, sofern keine Krankheiten (Sinnesorgane, Entwicklungsverzögerung, Psyche, Sozialverhalten) vorhanden sind, die Hilfe von Seiten der Gesundheitsberufe bedürfen.

Abgesehen davon, kann sowohl die methodische Vermittlung in der Schule eine zentrale Rolle spielen, als auch ein anreizschwaches Umfeld in der Familie selbst.
Genau deshalb ist nicht jede Lese-, und Schreib- als auch Rechenschwäche das selbe wie eine familiäre Anlage, wie es bei Legasthenie und Dyskalkulie ist. Diese entwickeln ganz unabhängig von der Intelligenz und dem sozialen Umfeld. Hier sind auch die Symptome und Ausprägungen deutlich vielfältiger und unspezifischer als bei erworbenen Problemen.
Diese sehr speziellen Lernschwierigkeiten, die mit genetischen (familiären Anlagen) Ursachen zu tun haben, bekommen sie weder mit Nachhilfe noch mit Lerntherapie, Logopädie und Ergotherapie langfristig in den Griff.

Leider wird immer wieder behauptet, dass eine Legasthenie und Dyskalkulie mit viel Üben und Therapieren verschwinden würde. Man begründet dies damit, da es ja nur an der Faulheit oder an einer Krankheit der Schüler liegen würde. Vorsicht! Tut man nichts, werden die Probleme sich bis in das Jugendalter bzw. Erwachsenenalter verschleppen und können möglicherweise dann zu seelischen Problemen führen. Verhaltensprobleme können daraus resultieren, die sehr der ADHS ähneln können. Aber diese Krankheiten sind sehr selten in Kombination mit Legasthenie und Dyskalkulie in der praktischen Arbeit zu beobachten. Die andere Seite der Medaille ist: Tun man wieder zu viel, rennt mit dem Kind zu jedem möglichen Therapeuten, kann man dem Kind sicherlich auch auf längere Sicht gesehen eher Schaden antun.

Darum muss das Motto sein, auch weniger hilft dem Kind mehr als zu viel. Insbesondere bei einer Legasthenie und Dyskalkulie. Diese Probleme kann man nur mit einem Spezialisten in den Griff bekommen, der ein fachübergreifendes Verständnis der Problematik als Ganzes besitzt. Dazu braucht man aber den Spezialisten, der umfassend ausgebildet ist und Ihnen mit Rat und Tat beiseite stehen kann. Er wird Ihnen, auch wenn nötig, andere Gesundheitsberufe (Ärzte, Psychologen, Logopäden, Ergotherapeuten) für die Hilfe des Kindes empfehlen. So vermeiden Sie einen Therapiemarathon! Ein Therapiemarathon, der erstens sehr viel Geld kosten kann, und zweitens dem Kind unter Umständen noch mehr Druck und Probleme bereiten kann.

Die Pharmaindustrie hat ein Interesse daran, möglichst viele Kinder zu therapieren, um ihre Produkte abzusetzen und ihre Gewinne zu steigern. Sehr zu bedauern ist, dass mittlerweile auch Selbsthilfeverbände die Behandlung nach der ICD-10 bis hin zur medikamentösen Behandlung, die einer Ritalin-Therapie sehr ähneln kann, propagieren, was wissenschaftlich äußerst umstritten ist. Darum haben einige Wissenschaftler auch kein wirkliches Interesse die Probleme zu differenzieren. Eine Pauschale Zusammenfassung, das macht es viel einfacher, möglichst alle auf Kosten des Gemeinwesens therapieren zu können.

Aber wollen wir wirklich jedes Kind, das nicht unserer Norm entspricht, durch Lerntherapie perfektionieren? Kinder sind Kinder, auch wenn sie anders sind, gehören sie zu uns, zu unserer Gemeinschaft. Daher ist eine umfassende Förderung eines Legastheniespezialisten notwendig, der die Probleme kompensieren hilft und nicht therapiert. Eine Legasthenie und Dyskalkulie kann man mit spezieller Förderung sehr gut in den Griff bekommen.

Hat Ihr Kind unklare Probleme mit dem Lesen und Schreiben, manchmal auch beim Rechnen? Möglicherweise handelt es sich um eine der vielfältig in Erscheinung tretenden Lernschwäche, die es für die umfassende, ganzheitliche Förderung zu unterscheiden gilt. Nur sehr wenige Fachleute sahen sich bisher in der Lage, diese von einem Spezialisten getestet wird und eine individuelle, maßgeschneiderte Förderung erhält. Der Erfolg wird sich einstellen: wieder Spaß am Lernen zu haben. Eine Voraussetzung dafür, dass sich Ihr Kind schrittweise in der Schule verbessern kann.

Buchbesprechnung: Dyskalkulie (Landerl/Kaufmann)

Montag, Januar 30th, 2012

Das Fachbuch der Reinhardt der UTB-Reihe zum Thema: Dyskalkulie von der Entwicklungsphysiologin Prof. Dr. Karin Landerl und der Neuropsychologin Dr. Mag. Liane Kaufmann.

Es geht auf die allgemeinen Grundlagen der Zahlenverarbeitung ein. Sowie auf die allgemeine Entwicklung der Zahlenverarbeitung bei in der menschlichen Entwicklung. Anhand verschiedener Modelle werden diese Bereiche verdeutlicht. Im zweiten Kapitel geht es um die Definition der Dyskalkulie, Epidemiologie, Prognose, Neuroglosche Befunde. Weiter geht es auch auf verschiedene andere Fragen ein, welche Probleme eine Dyskalkulie verursachen. Man stellt auch die Frage nach den Subtypen und stellt ein interessantes Kausalmodell vor.

Das vierte Kapitel geht auf die Diagnostik der Dyskalkulie ein, geht auf die Schuleingangsuntersuchungen ein. Des Weiteren wird auf die neuropsychologischen Theorien der Zahlenverarbeitung die auf den Rechenleistungen basieren eingegangen. Als Nächstes werden weitere psychologische Testverfahren zusammengestellt. Im letzten fünften Kapitel geht man auf die Instruktionen, Förderung und Interventionen von Schülern mit Dyskalkulie ein. Als Weiteres findend man im Anhang ein nützliches Glossar, Literaturverweise sowie ein Sachregister.

Es ist ein komprimiertes Faktenbuch über den Stand der psychologischen und neurobiologischen Forschung im internationalen Kontext. Dieses Buch zeigt uns auch die Zerwürfnisse in der wissenschaftlichen Theorie und Praxis auf, die auch die Probleme der Differenzierung und Diagnostik aufzeigen. Und zeigt es, dass wir von einem umfassenden Ansatz für die Betroffenen weit entfernt sind. Uns zeigt es, es fehlt eine umfassende Definition der sehr vielfältigen Rechenschwächen, die Diskussion ähnelt, wie genetisch bedingter Legasthenie und erworbener Lese-Recht-Schreibschwäche (LRS). Interessanterweise wird aber auf das Diagnostische Manuel der WHO-ICD-10 (Dilling/Freyberger 2001) anführte Definition der “Rechenstörung” (F 81.2) nur als bedingt hilfreich angesehen. Da eben eine Rechenschwäche viel umfangreicher ist als eine pauschalierte Zusammenfassung. Für Arbeit mit Betroffenen ob in der Diagnostik, als auch umfassenden Förderung sind uns diese Definitionen nicht hilfreich. Dieses Buch zeigt auch nur den pathologischen Ansatz, der nicht wirklich in der pädagogischen Förderung kompatibel ist.

Als Weiteres wird auch angeführt das bei der Diagnostik mittels HAWIK-IV (Petermann/Petermann 2007; K-ABC, Melchers/Preuß 1996) zu Diskrepanzen kommt und häufig schlechter abschneiden. Deswegen werden nicht wenige Schüler auch auf eine Förderschule für Lernförderung verwiesen. Weil, die Betroffenen nicht richtig eingeschätzt werden können. Obwohl diese von der allgemeinen Intelligenz durchschnittlich “normal” sind. So erleben wir die Arbeit mit Betroffenen und beobachten auch das Scheitern vieler im Erwachsenenalter.

Ein nächstes wird auch deutlich das der Zusammenhang einer Legasthenie und Dyskalkulie sehr eng, und mehrere Studien bestätigen eine Kombination bei Schülern. Wir zitieren von Seite 98: “Dyskalkulie tritt in vielen Fällen nicht isoliert auf, sondern in der Kombination mit Legasthenie oder ADHS auf.” Es werden jedenfalls 5. verschieden Studien vorgestellt die, diese Kombinationen bei Kindern und Jugendlichen untersucht haben. Wir finden eine deutsche Stichprobe von, Prof. Michael von Aster von 2007 mit 337 Kindern der 2. Klassenstufe diese besagt, dass sogar 70 Prozent eine Kombination Rechenschwäche und Lese-Rechtscheibstörung aufwiesen. Nach unseren Beobachtungen sin diese Zahlen, auch für Dresden gut nachvollziehbar.

Denn wir, hatten bisher noch keine mit einer Dyskalkulie der keine Kombination einer Legasthenie aufwiesen. Zumindest zeigen sich deutliche Schwierigkeiten im Lesen, nicht immer in der Rechtschreibung. Es wird auch hingewiesen, das es mehrere Varianten gibt. In der Diagnostik werden diese Schwierigkeiten meistens nicht richtig zugeordnet. Deswegen scheitern auch viele Kinder und Jugendlichen in der langfristigen Förderung, weil sie dann von Therapeuten zu Therapeuten gehen müssen, in Deutschland gibt es zu wenige Spezialisten, die sich mit diesen Kombinationen auskennen. Sicherlich wird es hier regionale Unterschiede in Deutschland geben, in welcher Weiße man den Betroffenen zu helfen versucht. Außerdem ist gibt es keine Studien über die Langzeitauswirkung einer langfristigen Auswirkungen auf die Schullaufbahn, sowie der beruflichen Entwicklung, zumindest wird angenommen das die Auswirkungen mit kombinierten Problemen deutlich schwieriger sind als, wenn es nur eine isolierte Lese-Recht-Schreibschwäche ist. Nach englischen Studien gab es Stichproben unter 37-jährigen Männern, dass die Arbeitslosenrate bei diesen mit adäquaten Rechen- und Leseleistungen bei 8 Prozent lag, bei Personen mit auffällig schwachen Rechenleistungen aber bei beachtlichen 48 Prozent und 41 Prozent mit schwachen Leseleistungen. In dieser englischen Stichprobe wird dargelegt, dass jeder zweite Betroffene mit einer Rechenschwäche arbeitslos war. Dies zeigt uns, dass die Relevanz der Forschung nach Gesichtspunkten des Gemeinwohls total vernachlässigt wurde. Gäbe es in Deutschland ähnliche Untersuchungen, käme man mit Sicherheit auf sehr ähnliche Ergebnisse.

Wir haben, schon ein großes Problem in der Differenzierung der verschiedenen Schwierigkeiten mit dem Lesen, Schreiben, kommen dann komplexe Kombinationen hinzu, scheitern alle Integrationsversuche. Hier in Sachsen beobachten wir es schon mehr als 20 Jahre das sich auf der ganzen Ebene sehr wenig getan hat. Das sich der Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie e. V. als erster Selbsthilfeverband, um die Belange dyskalkuler Menschen kümmern würde halten wir als völlig hypothetisch und unangemessen, da die Praxis uns ganz andere Fakten zeigen. Denn die meisten Betroffenen kennen diesen Verband gar nicht. Und wenn sie ihn um Hilfe bitte hören wir immer wieder von Betroffenen ernüchterte Berichte, dass man von dieser Seite fast keine umfassende Hilfe bekommt. Der große Fehler den wir schon seit vielen Jahren kritisieren ist der sehr einseitige medizinische Ansatz der sich immer nach der ICD-10 orientiert, dieser ist in der Praxis für die Förderung von Betroffenen aller Altersklassen zum Scheitern verurteil. Aus der Perspektive der Betoffenen können wir nur sagen, dass diese nicht als „Rechen- oder Lesegestörte“ bezeichnet werden wollen. Das ist auch aus wissenschaftlicher Sicht diskriminierend. Uns klingt es manchmal nach Selektion einer alten grausamen Zeit, aber nicht nach umfassender Integration im Dienste legasthener und dyskalkuler Menschen.

Fazit: Dieses Buch ist nur ein Grundlagenbuch für die wissenschaftliche Theorie. Für die praktische Arbeit und Integration eignet sich dieses Buch nicht. Für ein Lehrbuch ist es nach unser Sicht nicht objektiv genug. Weil, es auch andere Ansätze, wie die von Dr. Kopp-Duller völlig ignoriert, was wissenschaftlich einseitig ist. Daher ist dieses, kein unabhängiges Buch für die akademische Bildung. Sondern es ist scheinbar ein Buch aus Sicht des Selbsthilfeverbandes. Der, wie wir schon lange wissen, eng mit der Pharmaindustrie verstrickt ist. Will, man den Betroffenen helfen braucht es einen umfassenden Ansatz. Dieser fehlt uns diesem Buch völlig – es zeigt uns, dass Wissenschaft in ihrer grauen Ignoranz anderer Disziplinen stecken geblieben ist. Für die pädagogische Arbeit eignet sich dieses Buch nicht. Wir haben schon aus der Reinhardts UTB-Reihe schon “bessere” Literatur rezensiert.

Dyskalkulie bei Erwachsenen – Wenn Zahlen keinen Sinn ergeben

Donnerstag, Januar 5th, 2012

Es gibt viele Erwachsene, die nicht richtig Rechnen können, denen zumindest die einfachsten Grundrechenarten nicht gelingen, im Alltag anzuwenden. Sie können mit Größen, Mengen, Zeitabläufe, Maßeinheiten, Gewichten, Geld nicht viel anfangen – weil Zahlen für sie keinen Sinn ergeben, obwohl sie von der Intelligenz her durchschnittlich bis überdurchschnittlich normal sind.

Erwachsene, die mit dem Rechnen Probleme haben, gelten nicht selten aus Unwissenheit in unserer Gesellschaft als Lernbehinderte. Man muss aber auch wissen, dass die Forschung sich bisher recht wenig mit diesen Problem beschäftigt hat, zumindest hat sie es nicht umfassend. Nur als Lernstörung, wie es die WHO versteht, kann man die Probleme nicht einordnen. Das ist einfach zu pauschal und hilft den Betroffenen kaum etwas. Nein, es verstärkt eher noch die Probleme, da man die Schwierigkeiten zu therapieren versucht,
die man nicht therapieren kann. Es gibt zumindest keine wissenschaftlichen Belege dazu. Seit etwa 20 Jahren forscht man in diesem Bereich. Den Begriff Dyscalculia kennt man seit den 70er Jahren in Amerika als umschriebene Rechenstörung, genauer gesagt, als pauschalisierte Lernstörung. Deswegen ist auch die wissenschaftliche Betrachtung auf diesem Gebiet sehr diffus, besonders was die Diagnostik in ihrer Gesamtheit betrifft. Überwiegend werden falsche Diagnosen gestellt, Betroffene wissen selten Bescheid, welche Probleme sie wirklich haben. Nicht zu vergessen ist, dass eine Dyskalkulie überwiegend als Kombination Dsykalkulie/Legasthenie in Erscheinung tritt. Es ist unsere persönliche Erfahrung, und wir beobachten es auch in unserer praktischen und wissenschaftlichen Arbeit mit Betroffenen aller Alterklassen.

Zumindest weiß man heute, dass eine Dyskalkulie auch familiär bedingt ist, wie die Legasthenie schon durch die Genforschung belegt wurde. Zumindest liegen die Indizien dafür sehr nahe. Zum anderen gibt es auch umfangreiche erworbene Rechenschwächen, wie sie häufig bei einer erworbenen LRS zu beobachten ist. Da es keine wirklichen Klassifikationen gibt, ist die Diagnostik und Förderung sehr umfangreich, da es nur sehr wenige Spezialisten gibt, die Ursachen und Wirkungen Unterscheiden können. Von staatlicher Seite gibt es da auch keine optimale Förderung, von der Grundschule angefangen, bis hin zum Berufsleben.

Erwachsene fallen aber auf, dass sie sich völlig normal verhalten und in den allgemeinen Fächern durchschnittlich bis gute Ergebnisse erzielen. Bei einem Dyskalkuliker geht es um den Erwerb rechnerischen Grundfertigkeiten, es geht hierbei nicht darum, dass er nicht rechnen kann, sondern es geht um den Grunderwerb des Rechnens. Sie liegt eindeutig an den unterschiedlichen Funktionen der Teilleistungen, wie bei einer Legasthenie. Darum nennt man auch die Dyskalkulie die Schwester der Legasthenie. Die überwiegend als Kombination auftritt und nach unseren Beobachtungen auch familiär bedingt sind. In unserer langjährigen Arbeit ist uns noch kein Betroffener aufgefallen, der keine kombinierte Variante hatte. Trotzdem kann eine Legasthenie isoliert von einer Dyskalkulie auftreten. In der Wissenschaft gibt es leider keine Studien dazu, die diese Schwierigkeiten zusammen betrachtet haben. Zumindest ist uns keine Studie bekannt. Es gibt sie nicht einmal im Bereich Legasthenie und LRS.

Eine Dyskalkulie ist auch eine andere Denkfähigkeit und Lernfähigkeit, wie die Legasthenie. Das Hirn ist in diesen Bereich anders organisiert, die Sinnesfunktionen, die für das reibungslose Lernen dieser Fähigkeiten zuständig sind, verursachen die Probleme durch eine besondere erbliche Besonderheit in der Verarbeitung im Sprachzentrum, die für die visuelle Verarbeitung von Mengen zuständig ist. Nichts anderes ist eine Dyskalkulie. Trotzdem kann man auch als erwachsener Dyskalkuliker die Schwierigkeiten mit dem Rechnen überwinden und kann das Rechnen wie andere Nicht-Betroffene noch erlernen.

Viele Erwachsene haben das bei guter Intelligenz meistens nur einen Hauptschulabschluss erreicht, da sie meistens an den hartnäckigen Problemen beim Erwerb der Grundrechenarten in der Schule gescheitert sind. Alltägliches Rechnen im Kopf macht ihnen große Probleme, weil sie die Grundrechenarten nicht verinnerlicht haben. Besonders wenn sie Einkaufen gehen, können sie nicht die gekauften Artikel abschätzen oder Zusammenzählen, wie groß der Geldbetrag ist. Sie haben einfach keinen Sinn, wie groß die Menge an Mehl ist, die benötigt wird, wenn sie beispielsweise einen Kuchen backen möchten. Auch Zeitabläufe, wie Stunden, Wochen, Monate, Jahre machen große Probleme – sie haben für andere scheinbar wenig Sinn dafür.

Wenig Sinn für Zahlen zu haben, macht den Betroffenen sehr große Probleme sich im Alltag zu orientieren, an diesen Schwierigkeiten wird der Zugang für eine angemessene Ausbildung in der Regel scheitern. Für die meisten wird diese Entwickelung zum Teufelskreis, da wenige Fachleute sich damit auskennen diese Probleme zu überwinden.

Beobachtet man aber einen Dyskalkuliker, wird einem auffallen, dass er in den allgemeinen Aufgaben völlig normal sich verhält. Er wird sich unauffällig im Leben bewegen können, er kann sich auch völlig Normal sprachlich Artikulieren, was auch ein sehr wichtiger Indiz für eine durchschnittlich normale Intelligenz bedeutet. Wie schon erwähnt muss man eine Dyskalkulie und Legasthenie immer im engen Zusammenhang sehen und verstehen, wie auch diagnostizieren. Leider wird dies sehr selten so gehandhabt, da man die Probleme meistens isoliert voneinander betrachtet. Darum erhalten die meisten Betroffenen keine umfassende Diagnose der Ursachen und Wirkungen ihrer wirklichen Probleme, da die Förderung sehr unterschiedlich ist.

Auch kombinierte Probleme kann man sehr gut durch umfassende Förderung im Erwachsenenalter in den Griff bekommen.

Wir werden demnächst über einen erwachsenen Schützling berichten, der uns an dieser Stelle in Form eines Filmbeitrages berichten wird.

Jahr 2012, neues Themes, Schwerpunktthemen

Montag, Januar 2nd, 2012

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Noch vor Weihnachten haben wir unsere Institutsseiten und Weblogs an ein übersichtlicheres WordPress-Themes angepasst, so können unsere Leser besser navigieren, wie auch die Inhalte besser finden. Mit dem alten Themes war dies nicht so optimal gelöst, was uns in der Besucherstatistik aufgefallen ist.

Des weiteren haben wir ein paar neue Seiten hinzugefügt, sehen Sie sich doch einfach auf unseren neuen Seiten, um.

Es wird in diesem Jahr alle 8 Wochen einen Ratgeber zu unserem Schwerpunktthema geben. Wir werden dieses Mal das Thema genetisch bedingte Dyskalkulie und erworbene Rechenschwäche uns vornehmen.

Zusätzlich werden wir über die genaueren Hintergründe über die Zusammenhänge von Lernschwierigkeiten und Hochbegabung eingehen.

Als Weiteres können wir schon verraten, dass es ein spannendes Outing einer Betroffenen geben wird, die von einer nicht seltenen Kombination aus Legasthenie/Dyskalkulie betroffen ist. Es wird einen spannender Bericht werden, der viele andere ermutigen wird.

Aber es wird sicherlich deutlich mehr sich in diesem Jahr ereignen.

Schauen Sie einfach immer wieder vorbei und bleiben Sie uns als Leser und Leserin treu.

Themenschwerpunkte 2012 – 7. Fachaufsätze und Ratgeber zum Thema Dyskalkulie

Donnerstag, Dezember 29th, 2011

Im kommenden Jahr veröffentlichen wir wieder eine neue Reihe wissenschaftlicher Fachaufsätze überwiegend zum Thema Dyskalkulie.

Dieses Jahr ist uns Aufgefallen, dass nicht nur kaum differenziertes Wissen über Legasthenie und LRS hier in Dresden und Sachsen vorhanden ist. Deutlich weniger weiß man über die unterschiedlichen Rechenschwächen, Dyskalkulie und erworbene Rechenschwäche.

Unsere Fachaufsätze werden an folgenden Terminen auf unserer Institutsseite und Webblogs veröffentlicht:

  1. 05.01.12 – Dyskalkulie bei Erwachsenen – Wenn Zahlen keinen Sinn ergeben
  2. 05.03.12 – Warum tritt die Dyskalkulie meistens in Kombination mit Legasthenie auf?
  3. 04.05.12 – Warum versagt die Intelligenzmessung bei einer Dyskalkulie?
  4. 03.08.12 – Dyskalkulie und Rechenschwäche – wo ist der Unterschied?
  5. 04.09.12 – Warum sind viele Legastheniker sehr begabt? Legasthenie und Hochbegabung im wissenschaftlichen Kontext
  6. 05.11.12 – War Albert Einstein: Legastheniker und Dyskalkuliker? – Eine mögliche These, warum er es war.
  7. 04.12.12 – Hat der Mensch einen angeborenen Zahlensinn?

Legasthenie Coaching plant ab 2012 – 2017 eine Langzeitstudie

Montag, September 5th, 2011


Für das kommende Jahr planen wir etwas Einmaliges! Denn wir werden parallel zu unserer praktischen Arbeit mit den Betroffenen eine 5-jährige Langzeitstudie starten. In dieser Studie werden wir die Ursachen und Wirkungen der verschiedenen Lernschwierigkeiten, wie Legasthenie/Dyskalkulie und LRS/Rechenschwäche noch viel differenzierter erforschen.

Sowohl in der deutschen als auch in der internationalen Legasthenieforschung herrscht sehr viel Uneinigkeit bezüglich der Unterscheidung, der Ursachen und Wirkungen und vielfältigen Schwierigkeiten beim Lesen, Schreiben und Rechnen.

Wir werden unsere wissenschaftlichen Thesen über unsere empirische Langzeitstudie genauer erforschen. Damit sind wir das erste Institut hier in Dresden, das auf dem Gebiet der Legasthenieforschung aktiv ist.
Mehr Informationen zu dieser Langzeitstudie wird es im Frühjahr 2012 geben.

Ratgeber: Intelligenztests bei Legasthenie und Dyskalkulie?

Mittwoch, August 17th, 2011

In der Wissenschaft herrscht bis heute noch sehr viel Unklarheit darüber, was die Menschliche Intelligenz alles zu umfassen vermag. Sind nur rein logische Aspekte wie schnelle Denk- und Merkfähigkeiten, oder aber auch emotionale, soziale und familiäre Faktoren verantwortlich? Ist man mit Testung von Intelligenz konfrontiert, ist man nicht selten verunsichert, besonders wenn es um Lese-Recht-Schreibschwäche oder Rechenschwächen geht.

Intelligenz ist ein Konstrukt der Wissenschaft, die aus verschiedenen theoretischen Denkmodellen hergeleitet wird. Daher ist sowohl die Vielfalt der Definitionen über menschliche Intelligenz als auch deren Messung und Einschätzung sehr umfangreich. Es gibt mehrere hundert Definitionen von Intelligenz.

Sicherlich kommen die gesellschaftlichen und sozialen Rahmenbedingungen hinzu, wie man einen schlauen oder nichtschlauen Menschen einorten möchte. Man kann es auch „Auslese“ nennen. So erleben wir im Bereich Legasthenie und LRS, dass die vielfältigen Ausprägungen selten unterschieden werden. Vermutlich will es unsere Gesellschaft bzw. die Wissenschaft gar nicht anders. Sie hat ein Modell „Lese-Recht-Schreibschwäche“, welches auf jeden Betroffenen passen muss. Dass es erbliche Ursachen von Legasthenie gibt als auch erworbene, wie die LRS, findet in der internationalen Betrachtung kaum Beachtung. Bei der Intelligenz ist es nicht viel anders. Je nach Definitionsmodell gibt es diverse Tests, die bei ein und derselben Person zu unterschiedlichen Ergebnissen führen können.

Eine richtige Einschätzung nach einer Testung bei Schülern ist für Fachleute nicht einfach. Allein das Testergebnis reicht nicht aus, um ein individuelle Förderung bzw. Training einzuläuten. Es bedarf einer ausgeprägten fachlichen Erfahrung, um die Ergebnisse richtig einschätzen zu können. Eines muss jedem Fachmann klar sein, das Testergebnisse lediglich Prognosen sein können, um den jeweiligen Menschen in seinen Fähigkeiten und Schwächen einschätzen zu können.

Wir erleben es regelmäßig, dass Legastheniker oder Dyskalkuliker bei diesen Tests scheitern. Auch der von Seiten der Selbsthilfeverbände empfohlene HAWIK-III-Test entspricht nicht dem, was wir für eine umfassende Hilfe bräuchten, da er auf einer breiten Testung von so genannten schulischen Fähigkeiten ausgelegt ist. Da kommt es sehr oft zu Diskrepanzen zwischen der getesteten Leistungen und der realen Fähigkeiten des Betroffenen. Besonders im Bereich der Legasthenie und Dyskalkulie, wie auch bei hochbegabten Schülern kommt es immer wieder zu ungenauen Ergebnissen, weil alle Tests in der Regel lediglich von der „Norm“ – sozusagen dem empirisch erhobenen Durchschnitt entsprechen. Für eine genauere Abklärung einer Lernbehinderung oder eines anderen Handycapes ist jedoch der HAWIK-III durchaus aussagekräftig, im Bereich Legasthenie und Dyskalkulie versagen – unserer Beobachtung nach – die Tests in der Regel. Es herrscht immer noch keine Einigkeit in der gegenwärtigen Wissenschaft, wie sich eine erworbene und eine gentisch veranlagte Lese-Recht-Schreibschwäche unterscheidet. Aus diesen oben genannten Gründen erachten wir Intelligenztests in diesem Bereich als wenig dienlich. Es kommt entweder zu Unter- oder Überschätzung des Intelligenzquotienten.

Wir haben eine gute Kernaussage zu Intelligenztests gefunden:

IQ-Tests an sich sind lediglich Methoden. Ihr intelligenter Einsatz, das heißt, ihre fachliche Einbettung in einen diagnostischen Prozess zur Beantwortung einer konkreten diagnostischen Frage entscheidet über den Nutzen. Die Feststellung einer Maßzahl für die Intelligenz als Selbstzweck oder als alleinige Entscheidungsgrundlage ist theoretisch und messtechnisch gesehen in den allermeisten Fällen nicht sinnvoll[i].

Diese Aussage von Seiten der Wissenschaft bezieht sich jedenfalls auf die allgemeine Messung von Intelligenz. Will man einen Legastheniker oder Dyskalkuliker testen, wird man zwangsläufig scheitern, nachdem es derzeit – und da sprechen wir aus langjähriger Erfahrung – noch keinen aussagekräftigen IQ-Test gibt, der für dieses große Spektrum hochkomplexer Schwierigkeiten geeignet ist.

Unserer Auffassung nach sind weder bei der Abklärung von Legasthenie noch von Dyskalkulie Intelligenztests erforderlich, sofern man von einer „normalen“ Grundintelligenz ausgehen kann. Allerdings erachten wir es für wichtig, bei erworbenen Schwächen, wie einer LRS/Rechenschwäche, abzuklären, ob nicht doch in Einzelfällen ein Mangel an Intelligenz eine Rolle spielen könnte. In diesem konkreten Fall ist eine psychologische Testung auf jeden Fall sinnvoll und anzuraten. Aus den genannten Gründen setzen wir uns gezielt für eine genaue Differenzierung von Lernschwierigkeiten ein, um jeden Betroffenen individuell in seinem Lernfortschritt unterstützen zu können.

Jeder Fachmann, ob Pädagoge oder Psychologe, der nicht im eigenen Erleben all diese Schwierigkeiten kennt, wird sich, unserer Ansicht nach, schwerer tun, sich in die Situation von Legasthenikern und Dyskalkulikern einzufühlen.

Unsere langjährige Erfahrung zeigt, dass Testungs-Ergebnissen u.a. von Schulpsychologen mit Behutsamkeit zu betrachten sind, insbesondere dann, wenn es um die Fragestellungen einer umfassende Diagnose geht, um den Betroffenen Schüler richtig, das heißt, entsprechenden seines individuellen „Bildes“ zu fördern. Gleiches gilt, wenn es um das Thema „LRS-Testung“ an Schulen geht.

Sollten Sie Näheres – bspw. über wissenschaftliche Grundlagen – wissen wollen, empfehlen wir das kleine Fachbuch der UTB-Profil-Reihe des Ernst Reinhardt Verlags: Intelligenztests. Hier finden sie sowohl fundierte Erklärungen zum Thema Intelligenz, als auch Testmethoden und geläufige Modelle.

[1] Intelligenztests – Geschichte, Anwendungsmöglichkeiten und Korrelate S. 60, Preckl/Brüll

Rubrik Erweiterung: „Was ist Legasthenie/Dyskalkulie?“ + „Forschung“

Montag, Juni 27th, 2011

Heute haben wir unsere Webseite unseren neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Thema Dyskalkulie angepasst. Dieser Bereich gehört neben der Legasthenie zu unseren Aufgaben unsere Istituts Legasthenie Coaching sowie auch zu unser Forschungsarbeit. Seit Jahren stellen wir in unserer praktischen Arbeit fest, dass nicht selten kombinierte Lernschwierigkeiten wie Legasthenie/Dyskalkulie oder erworbene Lese-Recht-Schreibschwächen (LRS)/Rechenschwächen bei unseren Schützlingen anzutreffen, sind.

Zusätzlich haben wir auch eine neue Rubrik: „Forschung“ hier stellen wir kurz unsere Ziele in der prallelen Forschungsarbeit von Dyslexia Research Dresden vor.

Probleme mit dem Rechnen? – Es kann Rechenschwäche oder Dyskalkulie sein

Dienstag, Mai 10th, 2011

Veranlagte Dyskalkulie kann sich in der Vorschule zeigen.

Wissenschaftler sind sich heute einig, dass diese Schwierigkeiten mit dem Rechnen bei Kindern sich schon im Kindergartenalter bemerkbar machen können. Da wir in Deutschland große Defizite in der Frühförderung und im allgemeinen Bildungssystem haben, werden diese Probleme kaum früh genug diagnostiziert und werden dann auch nicht in den ersten Grundschuljahren entdeckt.

Raumorientierung sind wichtige Indizien für eine Dyskalkulie.

Dyskalkulie Kinder haben schon in frühen Jahren kein Gefühl für Zahlen, Mengen, Zeit- und Größenabstände – oder haben größere Probleme mit der räumlichen Orientierung, die sich mit der Unterscheidung der Himmelsrichtungen, aber auch an der Unterscheidung bspw.: eigene Körperteile wie: Rechte Hand, linker Fuß usw. äußern können.

Dyskalkulie steht meist im Zusammenhang mit Legasthenie.

Eine Dyskalkulie tritt sehr selten ohne eine Legasthenie auf. Sie zeigt sich sehr oft als kombinierte veranlagte Variante. Leider werden diese Zusammenhänge in der Diagnostik nicht verstanden. Immer wieder lesen wir in Diagnosen: LRS und Dyskalkulie oder Legasthenie und Rechenschwäche. Diese gibt es aber, nach unseren Erkenntnissen, in der erworbenen Variante nicht. Eine Dyskalkulie tritt nur in einer kombinierten Form Legasthenie/Dyskalkulie oder LRS/Rechenschwäche, so unsere Beobachtung, als erworbene Kombination auf. Leider gibt es in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung kaum Differenzierung, was zur Folge hat, dass auch keine klaren Diagnosen für eine umfassende Förderung zur Verfügung stehen. Nur wenn man eine klare Abgrenzung in der Diagnostik durchführt, kann man den Betroffenen auch wirklich helfen. Denn die Förderansätze gehen in verschiedene Richtungen. Erworbene Probleme kann ein Kind mit Nachhilfe gut in den Griff bekommen, veranlagte benötigen jedoch ein spezifisches Training der entsprechenden, unzureichend ausgebildeten Teilleistungen. Diese Trainingeinheiten sollten ausschließlich von dafür speziell ausgebildeten Fachkräften durchgeführt werden. Auch wenn alle möglichen Lerntherapeuten vielversprechende Therapien anbieten, ist äußerste Vorsicht geboten!

Dyskalkulie/Legasthenie als Kombination haben nichts mit geringer Intelligenz zu tun.

Weil wir schon seit vielen Jahren international die aufgeführten Probleme in der Diagnostik haben, ist zu beobachten, dass Dyskalkulie und Legasthenie viel zu oft als so genannte „Lernbehinderung“ mittels Intelligenzdiagnostik bescheinigt wird. Ich selbst habe diese Problematik im Bildungssystem persönlich erlebt! Bis heute hat sich daran sehr wenig geändert. Wirkliche Lernbehinderungen zeigen sich nur in der so genannten erworbenen Variante LRS/Rechenschwäche, da diese auch mit Entwicklungsstörungen als Folge in Erscheinung tritt. Außerdem zeigen sich Veranlagungen überwiegend über mehrere Generationen in der Familie, erworbene hingegen nicht. In sozialschwachen Milieus können sich aber auch erworbene Schwierigkeiten häufen, da sie vom Umfeld weitergereicht werden können.

Die komplexe Variante Dyskalkulie/Legasthenie ist bei hochbegabten Kindern zu beobachten.

Zusätzlich gibt es immer wieder Erscheinungen bei Hochbegabten, da diese Schüler eine andere Verarbeitung der Teilleistungen haben, und so von der “Norm” abweichen.

Wissenschaftliche Indizien dafür gibt es mittlerweile, worüber wir in den kommenden Monaten berichten werden.

Dyskalkulie und Rechenschwäche?

Mittwoch, April 6th, 2011

Mathematik ist für unser Leben genauso notwendig wie das Lesen und Schreiben. Es gibt aber sehr unterschiedliche Schwierigkeiten, die mit dem Erlernen der mathematischen Grundrechenarten zu tun haben können. Diese Probleme sind sehr vielfältig und werden sehr verwechselt und falsch diagnostiziert.

Zum einen gibt es die genetisch bedingte Dyskalkulie, also die Schwester der Legasthenie, die Schwierigkeiten mit dem Erlernen von mathematischen Grundfertigkeiten zu tun hat. Einige Wissenschaftler sind sich darüber einig, dass der Grund in den Erbanlagen zu finden sind. Legasthenie/Dyskalkulie kann auch in Kombination aufreten, oder auch nur in reiner Form. Sehr selten wird diese Erscheinungsform von Fachleuten erkannt, was darauf zurückzuführen sein könnte, dass es in diesem Bereich bisher noch zu wenige praktische Erfahrungen und Forschungsergebnisse gibt, die fachübergreifend dieses Thema behandelt hätten. Das könnte der Grund dafür sein, dass die meisten Dyskalkulie-Gutachten sehr schwammig formuliert sind.

Zusätzlich gibt es, wie die erworbene Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS), auch eine erworbene Rechenschwäche, die keine erbliche Grundlage hat, sondern sehr oft mit seelischen und organischen Erkrankungen zu tun haben könnte. Natürlich spielt auch das soziale Umfeld sowie die didaktische Vermittlung von Lerninhalten in der Schule eine entscheidende Rolle, in welchem Ausmaß diese „Wahrnehmungsbesonderheit“ auftritt.. Es ist zu beobachten, dass der Intelligenzquotient bei den meisten Betroffenen überdurchschnittlich hoch ist.

Die Wissenschaft tappt in diesem Thema immer noch im Dunkeln, da sie, wie bei der ‚Legasthenie‘ auch, kaum differenziert.

In unserem Institut Legasthenie Coaching hier in Dresden erleben wir immer wieder eine bisher unentdeckte Kombinationen aus Legasthenie und Dyskalkulie bei unseren Klienten. Je früher diese Schwierigkeiten diagnostiziert werden, desto früher kann diese auch im Rahmen eines umfassenden, individuell konzipierten, Trainings ausgeglichen werden.

Wir werden weiterhin regelmäßig über die Themen Dyskalkulie und Rechenschwäche auf unserer Webseite und über Blogs informieren.