Corona-Krise wird die soziale Ungleichheit bei Kindern mit LRS verstärken

Eine Einschätzung von Lars Michael Lehmann, Legasthenie-Experte und Fachjournalist Es ist unstrittig, dass Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten bei Kindern durch soziale Probleme begünstigt werden können. Schon vor der aktuellen Krise gab es eine deutliche soziale Ungleichheit bei Familien mit lese-rechtschreib-schwachen Kindern. Der soziale Hintergrund der Familien spielt oft eine große Rolle, inwiefern Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben bewältigt wurden. Denn nicht alle Familien konnten sich eine nachhaltige Lerntherapie finanziell leisten. Unser Bildungs- und Sozialwesen hat seit vielen Jahren zu wenig für benachteiligte Familien getan. Durch die derzeitige Corona-Krise besteht die Gefahr, dass sich die soziale Lage der Familien weiter verschlechtert. Denn der Shutdown mit seinem längeren Schulausfall wird vor allem lernschwache und sozial benachteiligte Kinder in eine prekäre Lage bringen, die sehr wahrscheinlich die sozialen Probleme der Kinder mit LRS verstärken wird. In Sachsen ist eine mögliche Steigerung der Zahl von LRS-Kindern infolge der Krise denkbar, denn die derzeitige Situation im Schulwesen begünstigt …

Weiterlesen …

Expertenrat: Bei Lese-Rechtschreib-Problemen ist frühe Hilfe wichtig

Kinder, die sich über einen längeren Zeitraum (mindestens 6 Monate) mit dem Lesen und Schreiben schwertun, können von einer Lese-Rechtschreib-Schwäche betroffen sein. Die Ursachen dafür sind vielfältig. Eltern sollten sich frühzeitig Hilfe bei Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten der Kinder suchen. Auch wenn es zuerst nur ein Verdacht ist, sollten die Eltern die Probleme nicht vernachlässigen oder ignorieren. Lernschwierigkeiten treten unabhängig von der sozialen Schicht oder dem Bildungsstand der Eltern auf. Es ist daher nicht nur ein soziales Umweltproblem. Häufig hatten Vater oder Mutter trotz guten Schulabschlusses ähnliche Schwierigkeiten in der Schule oder besuchten als Kinder eine LRS-Klasse. Dann besteht eine 50-60 prozentige Wahrscheinlichkeit, dass auch ihre Kinder von einer Lese-Rechtschreib-Schwäche betroffen sind. In diesem Fall spricht man von einer Legasthenie (Dyslexia). Andererseits können bei Kindern in der frühen Entwicklung der Sprache und Motorik Probleme auftreten. Diese Kinder sind im Regelfall normal intelligent, sie haben sich nur beim Erlernen der Sprache oder in der …

Weiterlesen …

Hat der Verlust der Schreibschrift etwas mit dem Erwerb von LRS zu tun?

Vor nicht wenigen Jahren hatte eine schöne Schreibschrift mit der Hand etwas mit guter und ordentlicher Erziehung in der Schule zu tun. Könnte es vielleicht daran liegen, wenn Grundschulen wenig Wert auf das Beherrschen einer verbundenen handgeschriebenen Schreibschrift legen – dies den Erwerb von LRS fördern könnte? Unsere Erfahrungen geben einige Hinweise darauf, warum das handschriftliche Schreiben bei Kindern förderlich ist. Wenn die Grundschulen diese Fertigkeiten vernachlässigen, kann dies nicht nur den Erwerb von Rechtschreibproblemen fördern – sondern auch Kinder in ihrer persönlichen und intellektuellen Entwicklung beinträchtigen. Heute erleben wir es so: Es gibt an den Grundschulen in Sachsen und in der Stadt Dresden kein einheitliches pädagogisches Konzept, wie man den Kindern das Lesen und Schreiben auf einem einheitlichen Niveau beibringt. Dafür gibt es wahrscheinlich verschiedene Ursachen, die mit dem hiesigen Bildungswesen zusammenhängen. Diese wollen wir in diesem Artikel nicht reflektieren, denn wir wissen noch zu wenig darüber. Hier nur einige Faktoren, warum das so schwer einzuschätzen ist: familiäres Umfeld als Vorbildwirkung zum Lesen und …

Weiterlesen …