Trotz Legasthenie eine Eins in Deutsch – durch Förderung ohne LRS-Klasse

Trotz Legasthenie eine Eins in Deutsch – durch Förderung ohne LRS-Klasse

Gestern haben wir von einem Schüler der 4. Klasse, den wir schon seit der 2. Klasse in der Einzelförderung betreuen, eine schöne Rückmeldung bekommen. Denn er schrieb als Klassenbester in einer Deutschvergleichsarbeit eine Eins. Darüber haben sich alle Beteiligten sehr gefreut.

Dieser Schüler sollte damals in eine LRS-Klasse in Dresden gehen, was die Eltern ablehnten. Beide Elternteile sind von einer Legasthenie betroffen, diese Probleme kommen also in seinem Fall gehäufter in der Familie vor. Deshalb spricht man wissenschaftlich korrekt von einer Legasthenie.

Die erste Zeit war für den Schüler nicht einfach, weil er deutliche Probleme beim Lesen und Schreiben hatte. Seine ersten Lernschritte im Schriftspracherwerb waren nicht einfach. Aber er hatte ein stabiles Elternhaus und eine verständnisvolle Klassenlehrerin, was sich günstig auf seine gesamte schulische Entwicklung auswirkte.

Ähnliche Entwicklungen sehen wir in unserer Arbeit mit den Betroffenen in der Einzelförderung häufiger. Unser Anspruch für eine nachhaltige Förderung ist es, dass dabei die gesamte persönliche Entwicklung der Kinder gefördert wird. Das ist von einer gewöhnlichen Beschulung in einer LRS-Klasse oder LRS-Gruppenförderung erfahrungsgemäß seltener zu erwarten. Schüler mit dieser speziellen Lese-Rechtschreib-Schwäche (Legasthenie) benötigen eine Eins-zu-Eins-Förderung, da die Schwierigkeiten der Kinder, die es zu bewältigen gibt, unterschiedlich sind. In einer Einzelförderung besteht die Chance, die Probleme ohne Separation in eine LRS-Klasse seelisch stabil zu bewältigen. Dadurch fallen die negativen Exklusionserfahrungen weg, die sich in der psycho-emotionalen Entwicklung dieser Kinder häufig nachteilig auswirken. Sieht man sich die langfristigen schulbiografischen Entwicklungen der Betroffenen im Erwachsenenalter an, gibt es deutliche Indikatoren dafür, dass sich eine Sonderschule in diesem Fall negativ auswirken kann.

Aus wissenschaftlicher Sicht kann eine LRS-Klasse als frühe Exklusionserfahrung in der Kindheit seelischen Stress bedeuten und als Abwertung der Persönlichkeit der Kinder gesehen werden. Daraus können sich langfristig psycho-soziale Verhaltensprobleme entwickeln. Vermeidet man diese frühe Stigmatisierungserfahrung bei Kindern mit Schwächen beim Lesen und Schreiben, besteht die Chance, dass diese Kinder psychisch stabil bleiben oder wieder werden. So kann einer späteren seelischen Behinderung präventiv vorgebeugt werden. Das ist das Ziel einer individuellen Einzelförderung.


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