Warum sind LRS-Klassen aus wissenschaftlicher Sicht umstritten?

LRS-Klassen gibt es nur in den neuen Bundesländern Immer wieder erreichen uns Anfragen von Eltern, die unseren Rat haben möchten, ob sie sich für eine LRS-Klasse oder gegen eine solche Sonderklasse entscheiden sollen. Im Bildungswesen kennt man diese Klassen nur in Sachsen und Thüringen. In den anderen Bundesländern kennt man diese exklusiven LRS-Klassen nicht. Dazu gibt es aus der forschenden Praxis einige Argumente gegen diese Separierung in der Grundschulzeit. In diesem Fachaufsatz erklären wir die wissenschaftliche Sicht und die menschenrechtliche und inklusive Perspektive, warum LRS-Klassen umstritten sind. LRS-Feststellverfahren an Stützpunktschulen sind häufig unzureichend und fehlerhaft In der Grundschulzeit werden die Lese-Rechtschreib-Fähigkeiten der Schüler überprüft. Zeigen sich Auffälligkeiten beim Lesen und Schreiben, werden die Kinder ab 2. Klasse, 1. Halbjahr an LRS-Stützpunkte verwiesen. Das geschieht unabhängig davon, ob eine Lese-Rechtschreib-Schwäche aus schulrechtlichen Gesichtspunkten bestätigt werden kann oder nicht. Wird eine LRS bestätigt, empfiehlt man in der Regel den Besuch einer LRS-Klasse …

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Kommentar zum Expertenrat des MDR: Legasthenie und Dyskalkulie

Ein Kommentar von Lars Michael Lehmann, Legasthenie-Experte und Fachjournalist Der MDR-Expertenrat thematisierte wieder einmal das Thema „Legasthenie und Dyskalkulie“, diesmal mit der Lerntherapeutin und Leiterin des Duden Instituts für Lerntherapie Ria Schmidt aus Dresden. Die kommerzielle Franchisekette bietet schon seit 20 Jahren integrative Lerntherapie im Bereich Lese-Recht-Schreibschwäche und Rechenschwäche an. Es ist gut, dass dieses Thema wieder einmal in den Medien thematisiert wurde. Es wurden viele Dinge angesprochen, die wir auf der Sachebene teilen. Kritisch zu betrachten ist die Darstellung der Ursachen, der Diagnose und Einzelförderung von LRS, Legasthenie und Dyskalkulie – die Erklärungen hierzu waren nicht ausdifferenziert genug, um die Öffentlichkeit aufzuklären. Richtig ist – Lese-Recht-Schreibschwächen und Rechenschwäche bedeuten keine Krankheit. Warum spricht man dann von Therapie? Gesunde Kinder benötigen keine Therapie! Es ist ein Widerspruch in sich, wenn man dann von einer Therapie spricht. Die Lese-Recht-Schreibschwächen haben unterschiedliche Ursachen. Zum einen gibt es familiäre Häufungen, wie sie in …

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Neuer Spiegel-Bericht zum Thema: „Studenten mit Legasthenie“ – diskriminiert von Legasthenie betroffene Menschen

Wir beobachten mit großem Interesse die neusten Berichte zu unserem Sachthema „Legasthenie“, der neuste Artikel bei SpiegelOnline (28.01.2014)[1] indem man mit einer sehr überzogenen „Vom Fehlerteufel besessen“ Überschrift gewählt hat, stimmt uns sehr nachdenklich und erinnert uns an sehr schlimme Zeiten unserer vergangenen Deutschen Geschichte – wo man eben Menschen, die nicht der „Norm“ entsprachen als ‚Besessene[2]‘ einstufte. Weil, diesen so nicht unkommentiert, stehen lassen möchten, werden werden wir ihn kommentieren. Auch nach unseren Beobachtungen und persönlichen Erfahrungen, wissen wir, wie schwer es ist als Legastheniker in unserem Bildungswesen zu überleben, dass ist aber nicht dieser speziellen Lese-Recht-Schreibschwäche geschuldet, sondern es liegt am toleranten Umgang unserer Umwelt (Schulwesen, Akzeptanz unserer Gesellschaft etc.), das man Menschen, die von Natur aus andere Lernfähigkeiten besitzen, umgeht. Hierfür braucht es keinen Einordnung in behindert oder gar seelisch gestört, wie es häufig unsere pharmanahen Legasthenieverbände (Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie e. V.) in Deutschland tun; nein …

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