Eltern-Ratgeber: Warum haben Kinder mit Legasthenie, Probleme mit ihrem Selbstbewusstsein?

Ein Ratgeber von Lars Michael Lehmann

In der praktischen Arbeit wird häufiger beobachtet, dass Schüler mit einer Legasthenie mit dem Selbstbewusstsein Mühe haben. Dies kann verschiedene Ursachen haben, warum legasthene Kinder manchmal Minderwertigkeitskomplexe entwickeln können. In diesem Rategeber erklären wir mögliche Ursachen und wie Eltern ein gesundes Selbstbewusstsein bei ihren Kindern Fördern können.

Zum einen kann es daran liegen das erlebte Misserfolge in der Schule, bei Kindern das Selbstbewusstsein schwächen können. Besonders wenn dem Kind signalisiert wird, dass es sich scheinbar, zu dumm beim Schriftspracherwerb in der Schule anstellt. Wird dies dem Kind vermittelt besteht die Gefahr, dass es sich zurückzieht oder mit seinem Verhalten auffällig wird. In der Psychologie spricht man dann von der Entwicklung von Verhaltensstörungen. Das sehr umstrittene ADHS-Syndrom, gehört häufig auch zu diesen Diagnosen der Fachleute, die meistens oder nur sehr selten wirkliche Erkrankungen sind – sondern sie sind die Gegenreaktionen von Kindern, die sich von ihrer Umwelt nicht verstanden fühlen. Daraus ergibt sich die Gefahr, wo Schüler mit Lernproblemen im lesen und schreiben komplexe Verhaltensprobleme entwickeln, die präventiv vermieden werden können. Aus dieser Erkenntnis heraus, sind nämlich Kinder nicht automatisch psychisch Gestört o. Ä. – Sondern ihre Umweltbedingungen machen sie, zu auffälligen Kindern. Darum ist es sehr wichtig, die Ursachen der vorhandenen Lernprobleme richtig zu erkennen, um das die Schüler mit Lernschwierigkeiten, beizeiten, die richtige Hilfe erhalten.

Deswegen ist es für die Kinder in der Grundschule sehr wichtig, gute Lernerfahrungen zu sammeln. Das Stärkt nicht nur das Selbstbewusstsein, sondern wird sie, für ihr ganzes Leben positiv prägen. Geht in dieser Phase, etwas Grundlegendes schief, können legasthene Kinder Probleme mit ihrer Persönlichkeit entwickelt, die sich in Verhaltensproblemen: innerer Unruhe, Wut und Lernunwillen bis zu einem geringen Selbstvertrauen, depressiven Verstimmungen, äußern können. Darum ist die Separation in LRS-Klassen von staatlicher Seite strittig, weil Kinder mit diesen Schwächen signalisiert bekommen, dass sie mit ihrer Lese-Recht-Schreibschwäche einen Sonderstatus erhalten. Er wird ihnen manchmal helfen die Grundschule zu überstehen, dennoch werden sie in ihrer Persönlichkeit geprägt werden, indem sie signalisiert bekommen, sie gehören zu den Schwachen „LRS-Schülern“, die nicht zu den „normalen“ Kindern gehören. Scheinbar sind in diesen Sonderklassen auch häufiger verhaltensauffällige Kinder. So wird es uns von Eltern und Fachleuten berichtet, wo nicht selten, ein raues Lernklima und Verhaltensprobleme in den LRS-Klassen in Dresden und Umland vorzufinden sind. Sicherlich  mag es unterschiedliche Erfahrungen geben. Aus ethischer Perspektive, bedeutet eine Separation in einer Sonderklasse, keine Inklusion sondern Diskriminierung durch Exklusion, was Kinder langfristig negativ prägen wird. Denn, eine LRS-Klasse, schneidet diese Kinder von ihrem gewohnten sozialen Umwelt, dem Klassenverband, den geschlossenen Freundschaften ab. Daher ist es nicht unwahrscheinlich, dass diese frühen Erfahrungen der Kinder, negativ auswirken können.

Unser Rat für Eltern:

  • Signalisieren Sie dem Kind niemals, das es weniger Wert
  • Vergleiche mit älteren Geschwistern sollten, vermieden werden (Kinder entwickeln sich unterschiedlich!)
  • Zeigen Sie Verständnis, wenn es länger als andere Kinder zum Lesen und Schreiben benötigt, als vergleichsweise, welche in ihrer Altersklasse (sollten diese Probleme länger anhalten, suchen Sie dafür einen Spezialisten auf, um die Schwierigkeiten abzuklären!)
  • Neben den Lernen und Üben braucht das Kind ein Hobby, was dem Kind Freude macht – es fördert nämlich, die Motivation und eine gesunde Entwicklung des Selbstwertgefühls
  • Signalisieren Sie dem Kind, das es nicht alleine ist, mit seinen Lernschwierigkeiten
  • Möchte die Schule ein LRS-Festellungsverfahren einleiten, holen Sie sich im Zweifelsfall eine unabhängige Zweitmeinung ein

Sollte es zu einer Empfehlung einer LRS-Klasse kommen, sollten Sie sich die Lernbedinungen, das soziales Klima und die Qualifizierungen der LRS-Lehrer ansehen

Eltern müssen einer LRS-Klasse nicht zustimmen!

28198472_blogSehr schön! Wir haben wieder einmal Grund zur Freude! Eine staatliche Grundschule in Dresden, hat unser Gutachten und den empfohlenen Nachteilsausgleich akzeptiert, obwohl der Schüler in eine LRS-Klasse sollte.

Die Eltern waren gegen die Entscheidung der Schule, das Kind in so eine Sonderklasse zu schicken. Nicht selten üben Schulen Druck auf Eltern nach einer einem positiven LRS-Feststellungsverfahren aus. Eltern müssen diesen Druck aber nicht nachgeben, weil Eltern das Recht haben, sich für oder gegen eine LRS-Klasse zu entscheiden. Entscheiden sich Eltern dagegen, ist die Schule auch in der Pflicht diese zu respektieren und dem Schüler einen Nachteilsausgleich zu gewähren.

In einem Fall haben wir es neulich erlebt, das die Schule einlenkte. Nun hat der Schüler die Chance, weiter in seine gewohnte Schulklasse zu gehen. Es ist schön, wenn Schulen zum Wohl des Kindes unsere fachlichen Einschätzungen akzeptieren. So erhält der Schüler entsprechend seiner individuellen Ressourcen seine Schwäche, außerschulisch auszugleichen. Was sich stabilisierend auf sein Selbstbild und die Lernmotivation auswirken wird.

Nach unseren Erfahrungen aus der Praxis und Forschung, beobachten wir das legasthene Kinder oder von LRS-Betroffene sich ohne einer Sonderklasse, besser entwickeln können. Weil, sie im gewohnten Lernumfeld bleiben können. Denn eine frühe Separation, in eine LRS-Klasse ist nicht nur, ethisch  bedenklich sondern wissenschaftlich umstritten. Uns sind bisher Beobachtungen bis in das Erwachsenenalter bekannt, wo sich diese Beschulungsform negativ auf die schulische Entwicklung auswirkte.

Denn eine LRS-Klasse im Lebenslauf, kann häufig auch bei intelligenten Legasthenikern den Weg auf ein Gymnasium oder Berufsausbildung verbauen. Daher ist es ratsam, dass Eltern diese Entscheidung mit Weitsicht auf die künftige Entwicklung treffen.