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Erwachsene mit Legasthenie

Ein 34-jähriger berichtete, dass er schon in der Schulzeit Probleme mit dem Lesen und der Rechtschreibung hatte. In der Kindheit ging er in keine LRS-Klasse, weil er nicht dem staatlichen Förderkriterium entsprach. Trotzdem hatte er immer Probleme in der Schule, die er mit seiner guten Intelligenz und Allgemeinbildung kompensieren konnte. Daher fiel er im Bildungswesen nicht auf, dass er legasthen ist.

Er schaffte mit viel Mühe seine mittlere Reife, mit einem passablen Ergebnis und lernte bei einem Meisterbetrieb Maurer. Den Abschluss machte er mit einem guten Ergebnis, weil ihm der sehr praxisnahe Beruf, sehr viel Freude machte. Dann arbeitete er einige Jahre als Geselle in seinem Ausbildungsbetrieb. Er zeigte viel Talent und konnte selbständig arbeiten, er war als Problemlöser in der Firma bekannt. Denn er konnte sich sehr schnell in komplexe Arbeitsabläufe hineinversetzen.

Nach einiger Zeit bemerkte er, dass er sich in der Firma nicht beruflich weiterentwickeln konnte. Er entschloss sich für ein Studium zum Bauingenieur an der HTW in Dresden. Nur in seiner Facharbeit bemerkte er, dass er Probleme in der Rechtschreibung hatte. Seine Freundin machte ihm in seinen späteren Job drauf aufmerksam, dass er eine Lese-Recht-Schreibschwäche (Legasthenie) haben musste.

Das Studium schaffte er erfolgreich mit einem Diplom-Abschluss und bekam schnell einen Job als Bauprojektmanager einer größeren mittelständischen Firma. Hier hatte er eine Sekretärin, trotzdem bereitete die viel Schreibarbeit sehr viel Stress und wurde zeitweilig depressiv. Erst im Alter mit 34 Jahren wurde klar, dass er Legastheniker ist. Sein Vater war es auch! Um, seinen Job zu behalten musste er etwas gegen seine spezielle Lese-Recht-Schreibschwäche tun.

Er konnte nur sehr stockend Lesen und seine Texte waren mit vielen Rechtschreibfehlern übersät. In seiner Firma war er recht beliebt, weil er mit gut mit seinen Mitarbeitern umgehen konnte. Er war ein Teil der Geschäftsführung und arbeitete an großen Bauprojekten. Seine Kollegen schätzten ihn, wegen seiner Kreativität und Problemlösungskompetenz.

Dieser Erwachsene Legastheniker konnte nach einem längeren Prozess seine Probleme im Lesen und Schreiben kompensieren. Da er ein stabiles soziales Umfeld hatte, was seine Kompetenzen und Fähigkeiten erkannte, konnte er sich im Vergleich zu anderen Legasthenikern, sich gut entwickeln. Schrittweise wurden die Minderwertigkeitskomplexe abgebaut, da er lernte, dass seine Legasthenie eine normale Veranlagung ist. Die nichts mit Dummheit oder Faulheit, Krankheit zu tun hat.

Dieser Ingenieur erlebte es, dass er sein Potenzial als Legastheniker, gerade wegen dieser scheinbaren „Schwäche“ zu seinen Vorteil in seiner beruflichen Entwicklung nutzen konnte. Dieses uns bekannte Beispiel eines Erwachsenen Legasthenikers aus Dresden, zeigt uns, das man mit diesen Problemen sein Leben meistern kann – man muss es nur angehen.

 

 

 

2 Min LesezeitFallbeispiel eines 34-jährigen Legasthenikers
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