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Lernrückstände nach Corona – Ursachen & Handlungsansätze

Fast drei Jahre sind vergangen, seit die letzten corona-bedingten Maßnahmen aufgehoben wurden. Seit dem Schuljahr 2022/23 läuft der Schulbetrieb wieder normalisiert. Doch immer wieder werden wir gefragt, inwiefern die heutigen Lernrückstände oder Lernschwierigkeiten mit der Covid-19-Pandemie zusammenhängen. Auch wir als Fachleute fragen uns: Was hat diese Zeit mit den Kindern und ihren Familien gemacht?

Lernrückstände und didaktische Lücken

Tatsächlich zeigen sich bei einigen Schüler:innen, die seit der 5. Klasse auf weiterführende Schulen gehen, Rückschritte – insbesondere in den Bereichen Lesen und Schreiben. Neben einer möglichen Veranlagung zu einer Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) werden hier auch didaktische Lernlücken deutlich, die auf fehlende Lerntransfers zurückzuführen sind. Diese Beobachtungen lassen sich nicht verallgemeinern, doch sie werden in unserem Arbeitsalltag und in Gesprächen mit Kolleg:innen bestätigt. Studien wie die HBSC-Studie (2022) des Robert Koch-Instituts zeigen, dass besonders Kinder aus sozial benachteiligten Familien oder mit vorbestehenden Lernschwierigkeiten von den Schulschließungen betroffen waren (Robert Koch-Institut, 20251; BIBB, 20212). Die COPSY-Studie unterstreicht, dass über 70% der Kinder und Jugendlichen sich durch die Pandemie belastet fühlten (Forschergruppe COPSY, 20213).

Psychische und soziale Belastungen

Die Pandemie war nicht nur eine polarisierende Phase zwischen Leugnung und Überdramatisierung, sondern für viele Familien und ihre Kinder eine enorme psychische und soziale Belastung. Die COPSY-Studie belegt eine Zunahme von Ängsten, depressiven Symptomen und Konzentrationsschwierigkeiten – besonders bei Kindern, die bereits vor der Krise psychisch belastet waren (Forschergruppe COPSY, 20213). Die Nachfrage nach psychologischer Hilfe für Kinder ist heute deutlich höher als vor 2019. Instabile Familien sind zerbrochen, die Lernmotivation der Kinder hat nachgelassen, und die erhöhte Mediennutzung hat die Konzentrationsfähigkeit beeinträchtigt.

Familiäre Stabilität als Schutzfaktor

Unsere Erfahrungen decken sich mit Forschungsergebnissen: Je stabiler die Familiensituation war, desto besser konnten sich die Kinder entwickeln (Robert Koch-Institut, 20251; BIBB, 20212). Familiärer Halt gab ihnen Geborgenheit und Stabilität. Besonders betroffen waren Kinder mit bereits bestehenden Lernschwierigkeiten, da ihnen der reguläre Unterricht fehlte.

Kritische Reflexion der Maßnahmen

Mit allem Verständnis für die politischen Entscheidungen in der Krise: Im Nachhinein wird deutlich, dass langfristige Schulschließungen und das Alleinlassen von Familien mit ihren Kindern keine gute Lösung waren. Die Forschung des Fachportals Pädagogik warnt vor den Folgen für lernschwache Kinder oder solche mit weniger gebildeten Eltern (Fachportal Pädagogik, 20234). Gleichzeitig ist wichtig festzuhalten: Nicht alle heutigen Lernprobleme sind auf die Pandemie zurückzuführen.

Ein konkretes Beispiel

Erst kürzlich erlebten wir den Fall eines Kindes, bei dem eine LRS väterlicherseits bereits bekannt war. Durch 1,5 Jahre ohne regulären Unterricht baute es massive Defizite auf, die sich nun in der 7. Klasse zeigen.

Fazit und Ausblick

Das volle Ausmaß dieser Krise und ihre langfristigen Auswirkungen auf Kinder mit LRS werden wir wohl erst in einigen Jahren verstehen. Fest steht: Die Pandemie ist nicht an allem schuld. Entscheidend ist, dass wir die entstandenen Schwierigkeiten gezielt angehen und kompensieren.

Literaturverzeichnis

Die Links führen nun direkt zu den Originalquellen der Studien. Möchtest du noch weitere Anpassungen an diesem Text vornehmen?

Fusßnoten

  1. Robert Koch-Institut (2025). Auswirkungen der Corona-Maßnahmen auf das Leben von Kindern und Jugendlichen. Abgerufen von https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/Journal-of-Health-Monitoring/GBEDownloadsJ/Focus/JHealthMonit_2025_01_HBSC_CORONA.pdf 
  2. Bundesinstitut für Bildungsforschung (2021). Belastungen von Kindern, Jugendlichen und Eltern in der Corona-Pandemie. Abgerufen von https://www.bib.bund.de/Publikation/2021/Belastungen-von-Kindern-Jugendlichen-und-Eltern-in-der-Corona-Pandemie.html 
  3. Forschergruppe COPSY (2021). Corona und Psyche – Auswirkungen der Pandemie auf die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Abgerufen von https://www.uke.de/kliniken-institute/kliniken/kinder-und-jugendpsychiatrie,-psychotherapie-und-psychosomatik/forschung/forschungsprojekte/copsy.html 
  4. Fachportal Pädagogik (2023). Forschung zu Corona im Bildungskontext. Abgerufen von https://www.fachportal-paedagogik.de/forschungsinformation/forschung-zu-corona-12831-de.html