Ratgeber: Datenschutz ist wichtig! – Tipps vom Profi

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Nach den NSA-Skandalen hört man in den Medien immer wieder, dass unsere Nutzerdaten vor der Einsicht durch Fremde recht unsicher sein sollen. In diesem Ratgeber wollen wir klären, wie man den Datenschutz verbessern kann. Denn eine 100-prozentige Sicherheit im Internet gibt es nicht. Trotzdem sollte man das Thema Datenschutz nicht aus den Augen lassen. Man kann nämlich einige Maßnahmen unternehmen, um die Sicherheit zu erhöhen – das ist besser als fahrlässig damit umzugehen.

Nicht nur Institutionen wie Behörden, Ärzte oder Journalisten sowie Unternehmen sehen sich häufig den Zugriffen von Geheimdiensten und Hackern ausgesetzt. Auch Ihre privaten Daten können genauso von anderen mitgelesen werden, sofern sie nicht geschützt sind. Sie mögen meinen: „Ich habe ja nichts zu verbergen!!“, das mag aus Ihrer Sicht verständlich sein. Auch unbescholtenen Bürgern kann es passieren, dass sie ausspioniert werden. Zumindest ist es theoretisch möglich. Wenn sie eine Internetseite besuchen oder mit dem Handy unterwegs sind – ihre Daten können mitgelesen werden, sofern Sie sie nicht verschleiern. Mit diesen Informationen kann viel passieren! Natürlich will die Werbeindustrie mehr über die Interessen und Kaufmotivationen erfahren, um die Vermarktung besser zu steuern. Jeder Nutzer muss selbst entscheiden, welche Daten er preisgibt. Deshalb sollte man sich die Angebote mit ihren Datenschutzerklärungen und AGBs genauer ansehen.

Nochmal zusammenfassend gesagt: Die Motive, warum unsere Daten mitgelesen werden, sind verschieden. Hier trägt jeder selbst die Verantwortung dafür, was er von sich preisgibt. Jetzt kommen ein paar Tipps, mit welchen Methoden und Tools man sich besser schützen kann. Wir bemühen uns, dies einfach zu erklären. Für die meisten Vorkehrungen braucht man etwas Übung und nicht alle Tools sind kostenlos. Der finanzielle Aufwand hält sich in Grenzen, mit ca. 80-150 Euro pro Jahr müsste man gut hinkommen. Es hängt immer von der Anzahl der Lizenzen ab. Wenn Sie die Links anklicken, erhalten Sie weiterführende Infos.

  1. Der PC oder andere Endgeräte sollten immer mit den neuesten Updates versehen sein, um Einfallstore für Hacker oder Schadsoftware zu vermeiden.
  2. Eine passende Virensoftware mit Firewall ist wichtig, diese Software sollte regelmäßig erneuert werden. Virenscans sollten möglichst häufig durchgeführt werden. Dazu ist ein integrierter Passwortschutz sowie Anti-Spam-Tool notwendig. Über E-Mails kommen die meisten Phishing-Attacken und Trojaner ins System.
  3. Ein Virtual-Privacy-Network (abgekürzt VPN) ist für das Verschleiern des Internetverkehrs wichtig, damit kann man die eigene IP sowie andere Daten etc. verschleiern.
  4. Clouds werden sehr gern genutzt, sie sind aber unsicher und man weiß nicht, was die Betreiber der Clouds mit den Daten anstellen, diese sollten daher möglichst
    verschlüsselt werden. Dazu gibt es folgende Tools: Boxcryptor oder man betreibt einen NAS-Server mit einer hochsicheren Resilio Sync (eingenes Cloudsystem).
  5. WhatsApp als Chatprogramm ist sehr beliebt, aber scheinbar recht unsicher. Hier kann man auf bessere Tools zurückgreifen, wie Threema und Telegram. Für Mediziner, Journalisten und Bildungseinrichtungen kann man auch Trustner empfehlen. In diesem Programm kann man individuelle Besprechungsräume einrichten und damit verschlüsselt kommunizieren.
  6. E-Mails können unverschlüsselt immer von Dritten mitgelesen werden. Wer technisch versiert ist, kann einen PGP für seine E-Mail mit Signatur erstellen, um die Mails im Mailprogramm zu verschlüsseln oder zu signieren. Dies klappt mit etwas Erfahrung mit Gpg4win oder für Nutzer ohne Erfahrung mit Startmail oder Tutanota.
  7. Daten, Dateien oder Festplatten sollte man in der Regel mehrfach verschlüsseln. Dateien kann man mit dem eigenen PGP-Schlüssel verschlüsseln (für Fortgeschrittene) oder man verschlüsselt ganze Ordner oder Festplatten mit VeraCrypt.
  8. Sichere Passwörter sind ein Muss. Auch die besten Dienste oder Apps nutzen wenig, wenn man keine sicheren Passwörter hat. Sie sollten möglichst mehr als 8 Zeichen haben, wenn möglich mehr. Es sollten keine Abkürzungen sein, die persönliche Daten wie Namen, Geburtsdatum, Wohnort etc. enthalten. Denken Sie sich einen eigenen Spruch oder Satz aus, den Sie sich gut merken oder aufschreiben können. Ich kenne gern iNew York auf der Fifth Avenue Schuhe kaufen. Aus diesem Satz kann man folgendes Passwort bauen: IkgiNYadFASek@#8, dieses Passwort kann man, wenn es ähnlich aufgebaut ist, nicht so schnell knacken.
  9. Für die sichere E-Mail-Versendung gibt es Privacytutor oder WeEncrypt. Wenn Sie diese Tipps beherzigen, können Sie Ihren persönlichen und beruflichen Datenschutz verbessern.

Erstveröffentlichung vom 03.11.2016, update 26.05.2018 und 04.07.2024