Fachrezension: Lass uns lesen! – Eltern-Kind-Trainingsprogramm für die Vorschule

„Lass uns lesen!“ wurde beim Verlag Dr. Dieter Winkler e. K. in Bochum, 2010, als ein Eltern-Kind-Training zur Vorbereitung auf das Lesen- und Schreibenlernen von Ellen Rückert, Sarah Kunze, Gerd Schulte-Körne veröffentlicht.

Eltern-Kind-Training: Vorschule LRs

(c) Lass uns lesen

Es umfasst eine Mappe mit einen Einführungsheft, drei Trainingsheften, einen Protokollblock. Mit einer Einführung erhalten Eltern einen übersichtlichen Überblick und Ratschläge, wie sie mit ihren Kindern zu Hause trainieren können. Um das der Schriftspracherwerb der Kinder vor Beginn der Grundschule vorbereitet werden kann. Die Kinder erhalten mit diesem Programm keine „Rechtschreibförderung“, sondern wissenschaftlich fundierte Grundlagen, um das der Erwerb dieser wichtigen Fähigkeiten in der schulischen Entwicklung der Kindern leichter verlaufen kann. Eltern bekommen damit ein Verständnis für den Aufbau unserer Sprachform, die insbesondere das Erkennen von Lauten und Buchstaben bei Vorschulkindern fördern soll. Verschiedene Studien der letzten Jahre haben hierfür einige Belege geliefert, wie man Kinder schon früh auf das Lesen- und Schreibenlernen vorbereiten kann. Diese wissenschaftlichen Erkenntnisse haben die Autoren mitberücksichtigt, die den Eltern und Erziehern praxisnah erklärt werden.

Das Programm orientiert sich an dem Prinzipien des Phasenmodells der Entwicklungspsychologin Uta Frith und gibt damit einen fundierten theoretischen Teil. Hier können sich Eltern einen guten Überblick verschaffen, wie sich der Schriftspracherwerb bei Kindern bekannter entiwcklungspsychologischer Erkenntnisse entwickelt. Dieser theoretische Teil, ist nach unserer Sicht für gut informierte Eltern verständlich. Es kommen reichliche Fachwörter vor, in die sich, Eltern einarbeiten müssen. Dennoch, ist es für den unbedarften Leser nützlich, diese Einführung zu lesen. Daher ist die Beschäftigung mit diesem Thema unbedingt notwendig, um das die Durchführung des Trainings gelingen kann.

Was uns gut gefällt, ist, dass man dieses Eltern-Kind-Training, zwei in der Forschung bewährte Ansätze zur Prävention von Problemen bei Kindern im Lesen und Schreiben berücksichtigt hat. Es wurde an die Förderung der phonologischen Bewusstheit in Verbindung auf die Vermittlung von Buchstaben-Laut-Verbindungen angeknüpft. Nach unserer Erkenntnis, sind diese Ansätze der richtige Weg, um Kinder in der Vorschule, auf die Grundschule vorzubereiten.

Die drei weiteren Aktivitäenhefte bieten kindgerechte und systematische Übungen mit Kontrollen, die die Eltern durchs das Training begleiten. Es ist für ein zehnwöchiges Eltern-Kind-Training konzipiert. Die Trainingsaktivitäten beinhalten ein regelmäßiges Training von ca. 10-15 Minuten am Tag. Kinder erhalten spielerisch einen Bezug zu unserer Lautsprache durch vorgelesenen Geschichten, Reimübungen, Klatschversen, Ratespielen und lernen nach dem Buchstaben-Laut-Prinzip die Buchstaben A, O, M, E, S, U, herauszuhören und zu unterscheiden etc.

Fazit:

Lass uns lesen! – ist ein gelungenes Eltern-Kind-Training, was nicht nur, durch unabhängige Evaluationsstudien gelegt wurde, sondern in den alltäglichen Gebrauch in die Frühförderung in unsere Kindergärten zum Vorschulprogramm gehören sollte. Es ist eins der wenigsten Präventionsprogramme auf diesem Gebiet. Hier könnten alle Kinder davon profitieren, um kindgerecht und frühzeitig, die passende Lernmotivation und Strategie zu erhalten. In der Forschung ist es schon längere Zeit bekannt, das Kinder, die frühzeitig gefördert werden, auch später in der Grundschule weniger Probleme im Schriftspracherwerb haben werden. Daher ist dieses Konzept durchaus sinnvoll einzusetzen! Nach unserer Sicht kann es nützlich sein, um gute Grundlagen den Kindern zu legen. Gerade wenn Elternteile wissen, dass sie in ihrer eigenen Kindheit Probleme mit dem Lesen und Schreiben hatten, ist es besonders zu empfehlen dieses Programm durchzuführen. Denn frühe Prävention, ist die beste Prävention! Daher ist schon die Frühförderung in der Vorschule sehr wichtig! Man sollte diese Chance bei unseren Kindern nicht verpassen! Genau hier, setzt dieses Trainingsprogramm an, was ein lobenswerter Ansatz ist.

Wenn Sie sich über dieses Programm im Detail informieren wollen. Können Sie sich beim Verlage Dr. Winkel vorbeischauen. Es kostet 39,50 Euro und ist ein gerechtfertigter Preis.

 

Buchempfehlung: Das Labyrinth der Wörter

Der Roman der Französin Marie-Sabine Roger ist eine sehr lebendige und authentische Geschichte eines Mannes namens Germain, der nicht richtig lesen und schreiben kann Er wuchs in einem schwierigen sozialen Umfeld auf, in dem er von seinen Eltern nie erfahren durfte, was Liebe und Annahme bedeutet. Weil er nicht gerade der Schlauste in der Schule war, galt er immer als „Dummkopf“.

Germain, als funktionaler Analphabet ist nicht gerade beseelt, was Bildung im engeren Sinne betrifft. Er wohnt in einem Wohnwagen, arbeitet im Gemüsegrarten, schnitzt Holzfiguren und zählt die Vögel im Park – denen er allen ein Namen gab. Eines Tages lernt er im Park beim Zählen der Vögel eine zierliche ältere Dame kennen. Marguitte – wird sie genannt. Die kleine, zierliche und gebildete ältere Dame interessiert sich für diesen eher grobschlächtigen Germain.

Die Freundschaft zwischen den beiden entwickelt sich zu einer platonische Liebesbeziehung. Sie nehmen sich bedingungslos an, und Marguitte schafft es, durch ihre herzliche Art Germain zum Lesen zu ermutigen. Er selbst war bis zu diesem Zeitpunkt davon überzeugt, ein Dummkopf zu sein. Es schien ihm ein unabänderlicher Zustand zu sein. Die Begegung dieser beiden Menschen stellte wirklich alles auf den Kopf. Germains Bekannte, deren soziales Umfeld ähnlich gestaltet war, nahmen die Veränderung in seinem neuem Leben wahr, in dem jedes Wörter plötzlich einen neuen Sinn ergab. Germain erkennt nach und nach, welch große Stärke er hat: ein ausgeprägtes auditives Gedächtnis. Er entwickelt sich durch die Fürsorge von Marguitte zu einem liebenswerten Menschen.

Es ist eine sehr ermutigende Geschichte eines Analphabeten, der seinem Schicksal, nicht lesen zu können, entrinnt. Sicherlich könnte es auch eine Geschichte eines Legasthenikers sein – der, wenn er keine persönliche Förderung beim Lesen und Schreiben erfährt, eines Tages zur facettenreichen Gruppe der Analphabeten gehören könnte.

Diese Geschichte spiegelt die Realität wieder: Wenn Legastheniker lesen und schreiben lernen, ist es für sie ebenfalls eine Art Abenteuer. Das Abenteuer, die Welt der Wörter zu neugierig zu erkunden.

Ein Roman, der wirklich das Leben eines Menschens, der nicht lesen und schreiben kann, wiederspiegelt. Ein Leben mit all seinen Erschwernissen. Die Schriftstellerin ist studierte Grundschulpädagogin und hat das Leben dieser betroffenen Menschen sehr gut beobachtet. Es ist eine Lebensgeschichte, wie die von mittlerweile vielen Millionen Menschen. Lesen Sie diesen Roman zum Film: „Das Labyrinth der Wörter“ unbedingt! Es ist eine Liebeserklärung an die Menschen, die unterschiedliche Schwierigkeiten mit dem Lesen und Schreiben haben. Kürzlich kam auch die Verfilmung nach diesem Roman als Drama in die Deutschen Kinos.

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