Forschung

 

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Unser Institut beschäftigt sich mit der unabhängigen wissenschaftlichen Erforschung der Ursachen und Auswirkungen von Legasthenie und Dyskalkulie u.a. in Verbindung mit Hochbegabung.

Wir distanzieren uns in unserer Arbeit von der pharmazeutisch-forschenden Industrie, die LRS, Legasthenie sowie Dyskalkulie als medizinisches Störbild bzw. als Behinderung und Krankheit einordnet.

Das Thema wird bisher vor allem aus pädagogischer und medizinischer Sicht erforscht. In unserer Arbeit binden wir aktuelle Erkenntnisse der Pädagogik, Psychologie, Linguistik, Medizin und Soziologie ein. Die bisherige Forschung auf dem Gebiet der Lese-Recht-Schreib- und Rechenschwächen greift zu kurz. Die Ursachen dieser Schwächen, aber auch aller anderen sozial-psychischen Auffälligkeiten von Kindern und Jugendlichen ist kaum erforscht. Es besteht ein komplexes Umfeld von Einflüssen, die hier eine Rolle spielen können, darunter fallen Lernmethoden, das soziale Umfeld, die Ernährung und viele weitere Bereiche.

Wir arbeiten interdisziplinär, um die Erkenntnisse dieser Disziplinen zusammenzuführen und so die Legasthenie und Dyskalkulie umfassend zu erforschen und das komplexe Zusammenspiel der zahlreichen Einflussfaktoren zu berücksichtigen und Lösungsstrategien aus allen Fachdisziplinen zur Bewältigung abzuleiten. Daher ist die Organisation im Bereich der Sozial- und Bildungswissenschaften angesiedelt. Im Laufe der Beobachtung der letzten Jahre wurde klar, dass neben der Bildungswissenschaft die Soziologie wichtige Erkenntnisse im Feld der Legasthenie-Forschung liefern kann. In der langjährigen Praxis wurde klar, dass nicht alle Lernprobleme erblich und von neurologischen Erkrankungen bedingt sind, sondern mit unerforschten Umweltbedingungen im Zusammenhang stehen müssen. In den Beobachtungen im praktischen Arbeitsfeld wurde deutlich, dass es erworbene Lernschwierigkeiten geben muss, die überwiegend in Bedingungen der Umwelt begründet liegen können. Darum kann die Soziologie eine wichtige Forschungsbasis der Grundlagen liefern.

Unser Ziel ist es die Ursachen für die Entstehung dieser Lernschwächen besser zu verstehen. Aus unserer Forschung wollen wir theoretische Zusammenhangs-Ursachen-Modelle und Typologisierungen dieser Schwächen bilden. Damit nutzen wir qualitative und quantitative Methoden.

Unser Verständnis von Forschung ist:

Wir lernen von der direkten Lebens- und Erfahrungswelt der Betroffenen – daraus ergeben sich intersujektivierbare Erkenntnisse der Ursachen und Zusammenhänge, die mit quantitativen Methoden überprüfbar sind.

Forschungsschwerpunkte:

  • R/GTM-Studien
  • Skalierte Anamnese- und Fragebögen
  • Qualitative Einzelfall- und Biografieforschung
  • Verhaltens- und Lernforschung (Lernsoziologie)
  • Entwicklung von standardisierten Testverfahren
  • Prävention von Störungen des Sozialverhalten (pädagogische Psychologie)