Diagnose und LRS-Test 

313826_blogAls Erstes ist es wichtig, herauszufinden, um welche Lese-, Schreib- und/oder Rechenprobleme bzw. -Stärken es sich genau handelt. Dazu begeben wir uns auf die Suche nach den Ursachen der Lernschwierigkeiten. Dazu braucht es eine umfassendere Diagnose, die den möglichen Ursachen der vermuteten Schwäche, auf die Spur geht.

Wir sehen uns den ganzen Menschen in seiner gesamten Entwicklung an und beurteilen die Probleme aus Sicht der empirischen Bildungsforschung – und nicht nur aus dem Blickwinkel der klinisch-psychologischen Fachrichtung. Denn wir vertreten nicht die Sichtweise des pharmanahen Bundesverbandes Legasthenie, der Betroffene einfach als Lese-Recht-Schreibgestört oder Rechengestört einstuft. Das ist aus unserer Sicht: diskriminierend und ethisch nicht vertretbar. Denn eine frühe Feststellung mit anschließender Förderung ist, die beste Prävention – um seelischen Folgeerkrankungen zu verhindern.

Bei der Diagnose und Erforschung der Ursachen für Lernprobleme beim Lesen, Schreiben und Rechnen bewegen wir uns methodisch auf der pädagogischen, linguistischen, soziologischen und psychologischen Ebene und orientieren uns damit an internationalen Richtlinien.

Dabei testen wir u. a. folgende Kriterien:

Diagnose bei Lese- und Rechtschreibprobleme:

  • Problemzentriertes Leitfadeninterview*
  • Anamnesefragebogen*
  • Lern- und Sozialverhalten
  • Messung der Stabilität der Aufmerksamkeit
  • Verbale Lern- und Merkfähigkeit
  • Visuelle und auditive Wahrnehmung/phonologische Bewusstheit
  • Rechtschreibleistungen (quantitativ/qualitativ)
  • ggf. sprachfreie Intelligenz (CFT1/CFT-20-R)

Diagnose bei Rechenproblemen: 

  • Problemzentriertes Leitfadeninterview*
  • Anamnesefragebogen*
  • Verbale Lern- und Merkfähigkeit
  • Visuelle und auditive Wahrnehmung/phonologische Bewusstheit bei Zahlen
  • Räumlich-visuelle Wahrnehmung
  • Rechenleistungen (qualitativ u. quantitativ)
  • Rechen- und Gleichunverständnis
  • ggf. sprachfreie Intelligenz (CFT1/CFT-20-R)
*Problemzentriertes Leitfadeninterview und Anamnesfragebogen wurden in unser Forschung entwickelt.

Alle Tests werden entsprechend der Alters- und Klassennorm und den vermuteten Lernproblemen zugeordnet.

Legasthenie Coaching – Institut für Bildungs- und Forschung behandelt alle erhobenen Daten vertraulich. Sie fließen mit in unsere empirische Forschungsarbeit ein, werden aber vorher anonymisiert. Informationen werden nur bei Vorliegen einer schriftlichen Schweigepflichtentbindung bei externen Gesprächen mit anderen Fachleuten, Schulen und Behörden ausgetauscht.

Eine Testung und Förderdiagnostik dauert in der Regel ca. 3 Stunden und wird in nach Terminvereinbarung in unserer Einrichtung durchgeführt.

Ablauf der Diagnose: Die umfassende Förderdiagnostik der Lese-, Rechtschreib- oder Rechenprobleme inklusive Testdurchführung, Auswertung, schriftlicher Zusammenfassung der Testwerte sowie der schulischen Entwicklung. Eine Testgenauigkeit (Validität) können wir garantieren.

Rechtliche Regelungen und Kosten für die Diagnose

Testungen werden in der Regel nicht von der Krankenkasse bezahlt, auch Jugendämter oder Sozialämter übernehmen selten die Entgelte für Diagnostik und Förderung. Nach unseren Erfahrungen nur in seltenen Einzelfällen. Wenn bei Kindern- und Jugendlichen, über den § 35a VIII eine Bedrohung einer seelischen Behinderung, vom Amtsarzt attestiert wurde, kann Eingliederungshilfe beim örtlichen Jugendamt beantragt werden. Oder es ist über das Bildungspaket „Bildung und Teilhabe“, eine Zuschuss möglich, sofern die Schule einen Förderbedarf befürwortet. Unser Institut darf als externer Leistungserbringer ausgewählt werden. Haben Betroffene keine seelischen Probleme, was der Regelfall im führen Stadium ist, muss die Diagnostik und anschließende Einzelförderung privat bezahlt werden. Inwiefern die Kosten von der Steuer abgesetzt werden können, muss mit dem jeweiligen Steuerberater geklärt werden.