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Wegen Legasthenie auf Arbeit diskriminiert

Ein Kommentar von Lars Michael Lehmann, Legasthenie-Experte und Fachjournalist Letzte Woche war ein Bericht auf dem Blog der Zeitung Die Zeit „Stufenlos“ über Meseret Kumulchew ein mit dem Titel: „Wegen Legasthenie diskriminiert“ zu lesen. Diesen Artikel will ich nicht unkommentiert lassen. Dass Legastheniker in unserer Gesellschaft häufig nicht richtig verstanden werden – ist nichts Neues, auch aus der international Perspektive, gibt viele Probleme mit der beruflichen Integration von Betroffenen. Sie werden selten im Bildungswesen, richtig eingeschätzt und Arbeitgeber haben große Hemmungen sich dem Thema anzunehmen. Sie sind meistens voreingenommen, der Stempel als Legastheniker krank oder behindert zu sein, ist in unserer Gesellschaft allgegenwärtig. Nicht, weil wir Legastheniker behindert oder krank wären, denn das ist als Diffamierung unser Persönlichkeitsrechte zu bewerten, die unsere Menschenwürde verletzt – die klinisch-psychologischen Fachrichtung (Bundesverband Legasthenie), hat ein einseitiges und undifferenziertes Bild von uns Legasthenikern, in den letzten 40 Jahren gezeichnet. Dies wird leider häufig, wie wir es im Bericht lesen, von vielen Journalisten – kritiklos übernommen. Auch wenn manche Missstände, wie im …

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Was für einen Beruf sollte ein Legastheniker ausüben?

Wir sind schon seit langer Zeit der Meinung, dass ein Legastheniker jeden Beruf ausüben kann, den er auch möchte. Wichtig ist die frühe Förderung, die persönlich und umfassend sein muss. Dann klappt es auch mit dem individuellen Berufswunsch. Man bleibt zwar ein Legastheniker ein Leben lang, kann aber diese Schwierigkeiten durch umfassendes und regelmäßiges Training gut in den Griff bekommen. Dies erfordert viel Geduld und jahrelanges Arbeiten an den Schwierigkeiten, um die Probleme gut kompensieren zu können. Besonders wichtig ist es, das man sich wegen dieser Schwierigkeiten nicht schämt. Niemand ist in allen Bereichen überdurchschnittlich gut! Wir Menschen sind eben Individuen, die sehr farbenreich sind. So darf man sich auch als Legastheniker verstehen! Wir haben unsere Schwierigkeiten, die andere nicht verstehen – können oder auch manchmal nicht wollen. Dafür haben wir wieder besondere Fähigkeiten, die ganz speziell zu uns gehören. Ja, sie machen uns als Legastheniker, erst zu dem, was …

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Können Erwachsene Legastheniker Lesen und Schreiben lernen?

Häufig bekommen wir die Frage gestellt: ob ein Erwachsener mit einer Legasthenie das Lesen und Schreiben neu erlernen kann. Die Antwort, lautet grundsätzlich: JA! Sonst würden Sie hier keine Texte auf dieser Seite lesen können, unsere Arbeit gäbe es auch nicht. Hätte man sich nicht mit bald Ende zwanzig diesem Thema selbst gestellt, um es genauer zu erkunden, wäre es mit dem Schreiben und Lesen auch nicht weit, her – es wären eben verkümmerte Fähigkeiten, wie man sie bei den meisten Betroffenen beobachten würde. Hätte man vielleicht nichts daran getan, wäre man vielleicht versehentlich im Alphabetiserungskurs bei den funktionalen Analphabeten gelandet. Die nichts direkt mit vererbten Legasthenien zu tun haben. Eine Legasthenie ist eine völlig normale Anlage des Menschen, die uns mit einer anderen Fähigkeit ausgestattet hat, das Lesen und Schreiben zu erlernen. Denn jeder kann es von uns lernen! Uns ist noch keiner begegnet, um der es nicht gelernt …

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