Symptome einer Dyskalkulie (Rechenschwäche)

Grundschüler von 6 bis 11 Jahren

  • Probleme beim Vor- und Rückwärtszählern bzw. Abzählen von Mengen
  • Große Schwierigkeiten beim Erlernen der Grundrechenarten allgemein
  • Ständiges oder fortlaufendes Vertauschen und Durcheinanderbringen von Mengen, Stellenwertsystem (Überschreitung des Zehners, Hunderters, Tausenders etc.), Zeit- und Tagesabläufen (mündlich oder schriftlich) über das 8. Lebensjahr hinaus
  • Schwierigkeiten beim Behalten und Verinnerlichen des Einmaleins und im Erinnern von Reihenfolgen wie zum Beispiel der Tage der Woche, der Monate des Jahres und der Jahreszeiten
  • Fortlaufende Schwierigkeiten beim Binden von Schuhbändern, Ball fangen, Seilspringen usw.
  • Unaufmerksamkeit und Verträumt-Sein
  • Frustrationen, die zu Verhaltensproblemen führen können
  • Probleme in der emotionalen Selbstregulierung
  • Fortlaufende Fehler beim Rechnen, vertauschen der Rechenoperationen
  • Für Rechenarbeiten in der Schule, wie auch bei Hausaufgaben, wird viel Zeit benötigt
  • Probleme beim genauen Abschreiben von der Tafel oder auch aus dem Lehrbuch
  • Trotz Nachhilfe oder Förderunterricht bleiben die Probleme hartnäckig
  • Wachsender Mangel an Selbstvertrauen und Frustration
  • Neigung, falsch (ungenau) oder zusammenhängend zu rechnen
  • Inkonsequentes und oberflächliches Abarbeiten der Rechenaufgaben
  • Probleme beim Umsetzen der Rechenaufgaben im alltäglichen Bezug
  • Neigung, mündliche Anweisungen und Telefonnummern  durcheinanderzubringen
  • Große Probleme mit grundlegenden Rechenfertigkeiten wie Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division, weniger bei höheren mathematischen Fertigkeiten wie Algebra, Trigonometrie, Geometrie oder Differential- und Integralrechnung
  • Schüler scheint aber eine hohe Intelligenz zu haben
  • Geringes Selbstvertrauen
  • In dieser Phase wird oft erst eine Kombination aus  Dyskalkulie/Legasthenie diagnostiziert, weil die Betroffenen falsch eingeschätzt wurden (siehe auch Symptome bei Legasthenie bei Erwachsenen). Nicht wenige haben zu diesem Zeitpunkt bereits eine Förderschule für Lernbehinderte absolviert oder einen Schulabschluss weit unter ihren Möglichkeiten erworben.
  • Mögliche Probleme bei der alltäglichen Orientierung oder Links- und Rechtsunterscheidung
  • Ungleichmäßiges Zahlenschriftbild, das je nach Tagesverfassung anders sein kann
  • Umgang mit dem Rechnen kann je nach Tagesverfassung besser oder schlechter sein
  • Oft angespannte Haltung beim Rechnen
  • Manchmal innere Unruhe beim Rechnen
  • Durchschnittliche bis überdurchschnittliche Intelligenz, aber allgemeine Probleme mit dem Alltagsrechnen (Lohnberechnung, einkaufen gehen, Mengengrößen, Zeitabstände usw. richtig abschätzen gelingt nicht immer)
  • Betroffene wirken bei der genauen Beobachtung ziemlich intelligent, obwohl sie Probleme in Mathematik haben

Schüler ab 12 bis 15 Jahren

Junge Erwachsene ab dem 15. Lebensalter

Nach unseren Beobachtungen zeigen sich kombinierte Lernprobleme aus Dyskalkulie/Legasthenie häufig schon bei Grundschülern. Hier sind sehr ähnliche Symptome zu beobachten wie bei speziellen Legasthenien im Kindesalter. Studien gehen davon aus, dass 40 bis 60 Prozent der Grundschüler kombinierte Lernschwächen aufweisen. Leider werden diese häufig zu selten richtig – das heißt im Zusammenhang – diagnostiziert. Vermutlich ähneln die Ursachen einer Dyskalkulie denen einer Legasthenie. Denn sie werden vermehrt bei Familien beobachtet, wo Elternteile bis hin zu den Großeltern mit ähnlichen Problemen zu kämpfen hatten. Es ist davon auszugehen, dass Dyskalkulie von einer erblichen Veranlagung ausgelöst und von Umweltfaktoren verstärkt wird. Darin unterscheidet sich das Phänomen von erworbenen Rechenschwächen, die maßgeblich von der Unterrichtsqualität verursacht werden.

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