Dyskalkulie

Dyskalkulie und Rechenschwäche?

Dyskalkulie (Rechenschwäche) wird seit 40 Jahren in den USA erforscht. Leider wird sie, wie die medizinische Lese-Recht-Schreibstörung, als psychisches Störbild im Manual der ICD-10 – als „umschriebene Entwicklungsstörung, schulischer Fertigkeiten“ (Rechenstörung) aufgeführt. Diese Definition ist aus ethischen Gründen, wie bei der Lese-Recht-Schreibstörung nicht vertretbar. Sie ist nur eine grobe Zusammenfassung der Rechenschwierigkeiten von Kindern- und Jugendlichen mit hartnäckigen Rechenproblemen in der Schule bei einer normalen Intelligenz. Wir beobachten Erwachsene mit Rechenschwächen, die in der Regel Legastheniker sind. Auch diese Betroffenen sind normal intelligent. Ihre Rechenprobleme durchzogen die gesamte Schulzeit, weil sie im erlernen der mathematischen Grundrechenarten (Mengenverständnis, Zahlenbegriff, Grundrechenarten, dezimales Stellenwertsystem) schwächere Leistungen, als in anderen Fächern aufwiesen.

Häufig werden die Schwächen von Fachleuten nicht Zusammenhängend erkannt und getestet. Einige Fachleute: Lehrer, Psychologen oder Lerntherapeuten gehen noch immer von einer Lernbehinderung aus – was in diesen Fällen eine Fehleinschätzung ist. Besonders im Bildungswesen werden diese Lernprobleme nicht im Zusammenhang erkannt und gefördert.

Heute wissen wir durch Belege aus Studien, dass Kinder mit Legasthenie 40-60 Prozent, dazu eine Kombination aus Legasthenie und Dyskalkulie aufweisen können. Diese Schwächen werden zusammen gehäufter in Familien beobachtet. Daher kann man annehmen, das es sich hierbei, um eine familiäre Veranlagung handeln könnte. Durch unsere Forschung wird beobachtet, dass diese Rechenschwächen nicht selten, mehrfach in den selben Familien vorkommen können. Unsere sozio-biografischen Untersuchungen mit Erwachsenen, liefern uns Belege – das die Schwächen, wie bei einer Legasthenie gehäufter bei mehreren Familienmitgliedern beobachtet werden. Viele durchliefen durch Fehleinschätzung eine Sonderschule für Lernbehinderte – obwohl sie nachweislich durchschnittlich intelligent waren. Diese Fehler werden bis heute im Bildungswesen beobachtet.