Die Chemnitzer Volkshochschule präsentiert ihren ausgezeichneten Alpafilm - ‘leben schreiben’ im Chemnitzer Schauspielhaus am 26.11.2011, 19:00 Uhr. Ein Filmprojekt, was vom einheimischen Kultusministerium mit dem ‘Sächsischen Innovationspreis Weiterbildung’ (1. Preis) ausgezeichnet wurde.
Eine Dokumentation mit 6 produzierten Kurzfilmen unterschiedlicher Menschen, die Schwierigkeiten mit dem lesen und schreiben haben – so genannte funktionale Analphabeten. Das Besondere an diesem Projekt ist: sie stellen sich selbst vor. Mit der Drehbuchautoren und Dramaturgin Kathrin Lehnert und Regisseurin Ines Maria Müller haben sie gemeinsam jeweils ihre eigenen Geschichten als Kurzfilme in Szene gesetzt. Sind auf Spurensuche ihres Lebens gegangen, erzählen von persönlichen Schwierigkeiten und farbenreichen, komplexen Lebenswelten.
Herr R. ist einer der Protagonisten, der große Schwierigkeiten mit dem Lesen und Schreiben hat. Er zählt zu dem sogenannten Personenkreis funktionaler Analphabeten. Zur DDR-Zeit war er auf Sonderschule, absolvierte auch keinen richtigen Schulabschluss. Obwohl, er ersichtlich von der Intelligenz für die Außenwelt einen normalen Eindruck macht. Denn er hat vielschichtige Interessen – sein Traum war immer Geschichte zu studieren, oder Archäologe zu werden. Diese schönen Ziele konnte er aber mit seinen Schwierigkeiten nicht erreichen. Zusätzlich spielte auch sein familiäres Umfeld eine Rolle, was ihm wenig Ermutigung und Wertschätzung brachte. Herr R. war lange auf der Suche nach sich selbst. Man ordnete ihm eben als funktionalen Analphabeten ein, und schickte ihm zum Alphabetisierungskurs. Im Rahmen des Filmprojektes war er auf der Suche nach seinen Schwierigkeiten. R., gehört zwar zu den funktionalen Analphabeten, ist aber, ein unerkannter Legastheniker der nie wirkliche Förderung erhalten hat. Sein erleben, seine Fragen: rund ums leben. Es ist keine untypische Lebensgeschichte eines erwachsenen unendeckten Legasthenikers. Mit bald 60 Jahren ist es für ihn sehr schwer sich an die Diagnose ‘Legasthenie’ zu gewöhnen.
Im Rahmen dieses Kurzfilmes von Herrn R., stand der Institutgründer von Legasthenie Coaching aus Dresden, Lars-Michael Lehmann als Experte zur Verfügung. Er wird auch bei der Filmpremiere in Chemnitzer Schauspielhaus sein.