Archive for the ‘Kommentar’ Category

Jahr 2012, neues Themes, Schwerpunktthemen

Montag, Januar 2nd, 2012

20120101-221616.jpg

Noch vor Weihnachten haben wir unsere Institutsseiten und Weblogs an ein übersichtlicheres WordPress-Themes angepasst, so können unsere Leser besser navigieren, wie auch die Inhalte besser finden. Mit dem alten Themes war dies nicht so optimal gelöst, was uns in der Besucherstatistik aufgefallen ist.

Des weiteren haben wir ein paar neue Seiten hinzugefügt, sehen Sie sich doch einfach auf unseren neuen Seiten, um.

Es wird in diesem Jahr alle 8 Wochen einen Ratgeber zu unserem Schwerpunktthema geben. Wir werden dieses Mal das Thema genetisch bedingte Dyskalkulie und erworbene Rechenschwäche uns vornehmen.

Zusätzlich werden wir über die genaueren Hintergründe über die Zusammenhänge von Lernschwierigkeiten und Hochbegabung eingehen.

Als Weiteres können wir schon verraten, dass es ein spannendes Outing einer Betroffenen geben wird, die von einer nicht seltenen Kombination aus Legasthenie/Dyskalkulie betroffen ist. Es wird einen spannender Bericht werden, der viele andere ermutigen wird.

Aber es wird sicherlich deutlich mehr sich in diesem Jahr ereignen.

Schauen Sie einfach immer wieder vorbei und bleiben Sie uns als Leser und Leserin treu.

Kommentar zum MDR-Bericht über LRS-Symposium in Erfurt: Wie kann Kindern mit Lese-Rechtschreib-Schwäche geholfen werden?

Freitag, Mai 13th, 2011

Wir beobachten seit einigen Jahren aktiv die mediale Berichterstattung zum Thema Legasthenie. Den gestrigen Bericht des MDR-Fernsehens haben wir natürlich mit großem Interesse verfolgt. Medien berichten nach unseren Beobachtungen nicht differenziert und aufklärend genug über das Thema Legasthenie und LRS. Es finden sich kaum Erklärungen bzgl. der Vielfalt von Schwierigkeitn, die beim Lesen und Schreiben auftreten.

Dass Schüler an unseren, meist öffentlichen, Schulen viel Hohn und Spott erleben und ertragen  müssen, ist seit mindestens vier Jahrzehnten bekannt. Dass man die Legasthenie-Störung mit Sprachgebärden therapieren will, ist nach unserer Auffassung weniger erfolgreich. Legastheniker – und auch jedes andere Kind – lernt nachweislich mit allen Sinnen. Es ist notwendig, zuerst eine differenzierte Diagnose durchzuführen, um herauszufinden, ob es sich um eine erworbene LRS oder um eine so genannte genetisch bedingte Legasthenie handelt. Erst dann ist es überhaupt möglich, einen Schüler individuell, persönlich und umfassend mit einem besonderen Konzept aus der interdisziplinären Legasthenieforschung zu fördern bzw. zu begleiten.

Dass Schulen heute Legasthenikern zu große Freiräume lassen, können wir so nicht teilen. Es zeichnet sich nach unseren Erfahrungen ab, dass auch mit einem gut gemeinten, „systematischen“ Deutschunterricht, der gerne als Deutschförderunterricht in der Statistik geführt wird, kaum einem Legastheniker nachhaltig geholfen werden kann. Die Didaktik, die Methodik, wird erneuert, um den  Leselernprozess, das Lesen selbst und das Schreiben in den Griff zu bekommen, doch der Schüler selbst steht außerhalb des Zentrums des Geschehens. Es gilt, den Schüler in das Zentrum wieder zu stellen – und es zuzulassen, dass eine differenzierte Diagnostik an erster Stelle steht, bevor Lehrer und/oder auch Legastheniespezialisten mit dem Kind arbeiten.

Klarheit, Diffenzierung und das Bewusstsein, dass das Kind im Zentrum der Pädagoik steht, ist der erste Schritt in Richtung nachhaltiger Behandlung jeglicher Erscheinugsformen von LRS, Lagasthenie und auch der sich mittlerweile stark verbreitenden Dyskalkulie.

Der allgemeine Ansatz, das zeigte auch der kurze Ausschnitt des LRS-Symposiums, orientiert sich lediglich an der veralteten Diskrepanzdefinition der WHO ICD-10, was nur eine sehr pauschale Zusammenfassung sämtlicher Schwierigkeiten darstellt, die mit dem Lesen und Schreiben einhergehen können. Und genau darin liegt das eigentliche Dilemma in der heutigen Legasthenieforschung, das auf der Forschungsarbeit von  Dr. Prof. Günther Esser basiert. Seine Argumente sind, unserer Meinungnach, rein subjektiver Natur. Es reichen keinenesfalls vier Sonderstunden als Gruppenunterricht in der Schule, um das Problem in den Griff zu bekommen, das zeigen uns auch die Ergebnisse der LRS-Klassen, in denen keine differenzierte Förderung stattfindet. Nach unseren Beobachtungen und praktischen Erfahrungen währdend der letzten Monate haben viele unserer Schüler weder eine umfassende Förderung noch eine Diagnose erfahren.

Wir bezweifeln, dass solche LRS-Symposien unsere Probleme in dieser Gesellschaft den Betoffenen, sei ohne oder mit erworbener Lese-Recht-Schreib-Schwäche (LRS) oder genetisch bedingter Legasthenie, auf diese Art und Weise Hilfe erfahren werden.

Die Diskussionen sind schon seit vielen Jahrzehnten die gleichen, und es wird verpasst, zielorientiert den Betroffenen eine Schullaufbahn zu ermöglichen, die ihren Fähigkeiten und Potenzialen entspricht. Diese Herangehensweise wird sich bald aufgrund des demografischen Wandels und Fachkräftemangels in erschreckender Weise bemerkbar machen, da man es verpasst hat, sich umfassend und interdisziplinär mit der Thematik auseinanderzusetzen. Der amerikanische Soziologe Andrew Abbott hat untersucht, wie die Wissensgesellschaft den Erwerb von Wissen vernachlässigt – und dadurch die Idiotie einer Disziplin befördert. Genau diese Probleme haben wir auch in der internationalen und deutschen Legasthenieforschung, worauf sich auch unsere Selbsthilfeverbände und unsere Politik sich stützen.

So werden wir jedenfalls nicht zum Ziel kommen!

Kommentar zur letzten BVL-Tagung

Montag, März 21st, 2011

Wir haben wieder einen Kommentar zur Fachdiskussion auf unserem Fachblog veröffentlicht.

Hier können Sie, den ganzen Artikel lesen.

Legastheniker sind von funktionalem Analphabetismus bedroht

Dienstag, März 8th, 2011

Leider haben wir in den letzten Jahrzehnten verpasst, uns den Thema Legasthenie und LRS anzunehmen. Neuere Studien sprechen von 7,5* Millionen Analphabeten sowie von 13,5** Millionen Menschen, die große Probleme mit der Rechtschreibung haben – die, wenn nur irgendwie möglich, das Lesen und Schreiben vermeidet.

Das Thema Analphabetismus ist ein sehr schwieriges komplexes Thema – ähnlich komplex, wie das Thema Legasthenie und LRS. Zum einen gibt es Menschen, die von der Intelligenz her es nicht schaffen, lesen und schreiben zu lernen (die wirklichen Analphabeten!), dann gibt es welche, die aus sehr unterschiedlichen Gründen – u. a. Legasthenie und LRS – die es einfach nicht richtig gelernt und keine persönliche Förderung erhalten haben.

Hierfür kann es sehr unterschiedliche Hintergründe geben, die wissenschaftlich differenziert werden müssten.

Fakt ist, dass der Begriff Analphabetismus wie Lese-Rechtschreib-Schwäche sehr undifferenzierte Zusammenfassungen von vielerlei Schwierigkeiten des Erwerbs der Schriftsprache sind. Daher wäre es dringend von Nöten, auch von wissenschaftlicher Seite diese Themenbereiche interdisziplinär zu erforschen, statt die verschiedenen Schwierigkeiten pauschal zusammen im Bereich „Analphabetismus zusammenzufassen.“

Jeder würde differenzierte Hilfe benötigen, also kein pauschales „Grundbildungspaket“ einer Regierung würde in diesem Fall helfen. Man hätte sich viel früher darüber Gedanken machen müssen. Es ist reichlich spät!

Diese Fehlentwicklung des Bildungssystems werden wir durch die demografische Entwicklung in punkto Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft massiv zu spüren bekommen.

Wir beobachten seit vielen Jahren, dass auch Legastheniker zu einem hohem Maße von funktionalem Analphabetismus betroffen sein können. Sie können nur in eingeschränktem Sinne lesen und schreiben, obwohl sie eine Schule besucht haben und normal intelligent sind. Jeder, der keine individuelle Förderung im Bildungssystem erhalten hat, kann sich bis ins Erwachsenenalter zum funktionalen Analphabetisten entwickeln.

Da wir allgemein ein großes Problem mit der Differenzierung der verschiedenen Schwierigkeiten bzgl. des  Erwerbs von Lesen und Schreibens haben, dürfen wir uns nicht wundern,  warum wir heute diese Probleme haben.

Eine staatlich verordnete Alphabetisierung – wie es Frau Ministerin Schavan auf Länderebene vorhat – gleicht einer utopischen Vorstellung. Nur persönliche und umfassende Hilfe würde den Betroffenen nachhaltig helfen. Ein Massenprogramm wäre eher ein weiterer großer Schaden für unsere gesellschaftliche Entwicklung. Denn Schwierigkeiten mit dem Lesen und Schreiben haben so viele Ursachen und Wirkungen, die man nicht mit einen 08/15-Programm beheben kann. Man sollte sich grundlegende Gedanken darüber machen, wie man allen Gruppen differenziert helfen kann. Denn jeder kann Lesen und Schreiben lernen, bloß eben individuell!

Quelle: Lars-Michael Lehmann / Welt.de – 7,5 Millionen Deutsche können nicht richtig lesen vom 28.2.11 *+** http://bit.ly/dE4VFO

Kommentar:Tabuthema Legasthenie in der FAZ

Montag, Januar 31st, 2011

Wir beobachten natürlich was die Tagespresse über das Thema Legasthenie berichtet sehr genau. Heute veröffentlichten wir als Richtigstellung, gleich einen Kommentar. Die Debatte um das Tabuthema Legasthenie muss weiter in die Öffentlichkeit getragen werden. Hier gelangen Sie auf unseren Kommentar.