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Auweia: Die Halbjahres-Zeugnisse werden bald verteilt!

Donnerstag, Februar 9th, 2012

Viele unserer Dresdner Schüler fürchten diesen Tag schon seit Wochen. Nun naht sehr bald die Zeugnisausgabe der Halbjahreszensuren in den Schulen. Für viele sind diese Zensuren schon richtungsweisend für eine mögliche Versetzung bzw. der Hinweis versetzungsgefährdet zu sein. Die letzten Monate haben viele Eltern mit ihrem Kind viel Zeit mit Üben verbracht. Einige haben es auch mit Nachhilfe oder Lerntherapie versucht. Doch in den wichtigen Schlüsselkompetenzen hat sich sehr oft kaum was weiter bewegt. In den Fächern Deutsch und Mathematik, auch manchmal in der Mitarbeit, dem Fleiß und der Ordnungsliebe oder gar im Betragen war in den letzten Monaten oft wenig Besserung in Sicht.

Nun stellt sich die große Frage für immer mehr Eltern, was sollen sie nun tun? Bei den wichtigen Fächern wie Mathe und Deutsch kann es sich manchmal um Motivationsprobleme oder Wissensdefizite handeln, sie können sich als vorübergehende Lese-Recht-Schreibschwäche (LRS) oder Rechenschwäche äußern. Diese zeigen sich in der Regel anhand von gleichmäßigen orthografischen Fehlern oder rechnerischen Regelfehlern. Diese kann man mit einer qualifizierten Nachhilfe in einigen Monaten sehr gut in den Griff bekommen. Das kann beispielsweise bei erworbenen Problemen der Fall sein, sofern keine Krankheiten (Sinnesorgane, Entwicklungsverzögerung, Psyche, Sozialverhalten) vorhanden sind, die Hilfe von Seiten der Gesundheitsberufe bedürfen.

Abgesehen davon, kann sowohl die methodische Vermittlung in der Schule eine zentrale Rolle spielen, als auch ein anreizschwaches Umfeld in der Familie selbst.
Genau deshalb ist nicht jede Lese-, und Schreib- als auch Rechenschwäche das selbe wie eine familiäre Anlage, wie es bei Legasthenie und Dyskalkulie ist. Diese entwickeln ganz unabhängig von der Intelligenz und dem sozialen Umfeld. Hier sind auch die Symptome und Ausprägungen deutlich vielfältiger und unspezifischer als bei erworbenen Problemen.
Diese sehr speziellen Lernschwierigkeiten, die mit genetischen (familiären Anlagen) Ursachen zu tun haben, bekommen sie weder mit Nachhilfe noch mit Lerntherapie, Logopädie und Ergotherapie langfristig in den Griff.

Leider wird immer wieder behauptet, dass eine Legasthenie und Dyskalkulie mit viel Üben und Therapieren verschwinden würde. Man begründet dies damit, da es ja nur an der Faulheit oder an einer Krankheit der Schüler liegen würde. Vorsicht! Tut man nichts, werden die Probleme sich bis in das Jugendalter bzw. Erwachsenenalter verschleppen und können möglicherweise dann zu seelischen Problemen führen. Verhaltensprobleme können daraus resultieren, die sehr der ADHS ähneln können. Aber diese Krankheiten sind sehr selten in Kombination mit Legasthenie und Dyskalkulie in der praktischen Arbeit zu beobachten. Die andere Seite der Medaille ist: Tun man wieder zu viel, rennt mit dem Kind zu jedem möglichen Therapeuten, kann man dem Kind sicherlich auch auf längere Sicht gesehen eher Schaden antun.

Darum muss das Motto sein, auch weniger hilft dem Kind mehr als zu viel. Insbesondere bei einer Legasthenie und Dyskalkulie. Diese Probleme kann man nur mit einem Spezialisten in den Griff bekommen, der ein fachübergreifendes Verständnis der Problematik als Ganzes besitzt. Dazu braucht man aber den Spezialisten, der umfassend ausgebildet ist und Ihnen mit Rat und Tat beiseite stehen kann. Er wird Ihnen, auch wenn nötig, andere Gesundheitsberufe (Ärzte, Psychologen, Logopäden, Ergotherapeuten) für die Hilfe des Kindes empfehlen. So vermeiden Sie einen Therapiemarathon! Ein Therapiemarathon, der erstens sehr viel Geld kosten kann, und zweitens dem Kind unter Umständen noch mehr Druck und Probleme bereiten kann.

Die Pharmaindustrie hat ein Interesse daran, möglichst viele Kinder zu therapieren, um ihre Produkte abzusetzen und ihre Gewinne zu steigern. Sehr zu bedauern ist, dass mittlerweile auch Selbsthilfeverbände die Behandlung nach der ICD-10 bis hin zur medikamentösen Behandlung, die einer Ritalin-Therapie sehr ähneln kann, propagieren, was wissenschaftlich äußerst umstritten ist. Darum haben einige Wissenschaftler auch kein wirkliches Interesse die Probleme zu differenzieren. Eine Pauschale Zusammenfassung, das macht es viel einfacher, möglichst alle auf Kosten des Gemeinwesens therapieren zu können.

Aber wollen wir wirklich jedes Kind, das nicht unserer Norm entspricht, durch Lerntherapie perfektionieren? Kinder sind Kinder, auch wenn sie anders sind, gehören sie zu uns, zu unserer Gemeinschaft. Daher ist eine umfassende Förderung eines Legastheniespezialisten notwendig, der die Probleme kompensieren hilft und nicht therapiert. Eine Legasthenie und Dyskalkulie kann man mit spezieller Förderung sehr gut in den Griff bekommen.

Hat Ihr Kind unklare Probleme mit dem Lesen und Schreiben, manchmal auch beim Rechnen? Möglicherweise handelt es sich um eine der vielfältig in Erscheinung tretenden Lernschwäche, die es für die umfassende, ganzheitliche Förderung zu unterscheiden gilt. Nur sehr wenige Fachleute sahen sich bisher in der Lage, diese von einem Spezialisten getestet wird und eine individuelle, maßgeschneiderte Förderung erhält. Der Erfolg wird sich einstellen: wieder Spaß am Lernen zu haben. Eine Voraussetzung dafür, dass sich Ihr Kind schrittweise in der Schule verbessern kann.

Ich bin anders, aber ganz Normal! – Ein Leben mit Dyskalkulie und Legasthenie im Erwachsenenalter

Montag, Januar 30th, 2012

Bis Ende März, Anfang April wird es eine 20-minütige Aufklärungsreportage mit einem unserer Schützlinge geben. Jana Kunath wird uns von Ihrer Lebensgeschichte als Betroffene erzählen. Und uns ins alltägliche Leben einer Betroffenen erwachsenen mitnehmen.

Wie bei sehr vielen Betroffenen hat man nicht genauer hingesehen, dass Jana Kunath (23 Jahre) nicht lernbehindert ist. Sondern, die Probleme, die Sie mit dem Lesen, Schreiben, Rechnen hat. Seit der Grundschulzeit, mit einer Kombination einer familiär bedingten Legasthenie/Dyskalkulie zu tun hatten. Sie durchlief wie die meisten eine Förderschule für Lernbehinderte. Lernte einen Beruf deutlich unter Ihren Fähigkeiten, obwohl Sie in der Lage ist, eine normale Ausbildung zu absolvieren.

Eines Tages bemerkte es aber eine Psychologin das Jana Kunaths Schwierigkeiten mit dem Lesen, Schreiben, Rechnen zusammenhängen müssen. Dass aber unabhängig von Ihrer „normalen“ Intelligenz. Ganz abgesehen davon haben wir die Beobachtungen bestätigen können, dass sie keine klassische Lernbehinderte ist. Sie ist zwar anders, aber normal wie alle anderen jungen Erwachsenen in ihrem Alter.

Seit dieser Zeit nahm Ihr Leben eine gute Wende! Genau über diese authentische Lebensgeschichte werden wir eine schöne Reportage drehen. Tabea Osswald wird uns bei der Regie und Umsetzung unterstützen.

Weitere Infos wird es an dieser Stelle in der kommenden Zeit geben!

Buchbesprechnung: Dyskalkulie (Landerl/Kaufmann)

Montag, Januar 30th, 2012

Das Fachbuch der Reinhardt der UTB-Reihe zum Thema: Dyskalkulie von der Entwicklungsphysiologin Prof. Dr. Karin Landerl und der Neuropsychologin Dr. Mag. Liane Kaufmann.

Es geht auf die allgemeinen Grundlagen der Zahlenverarbeitung ein. Sowie auf die allgemeine Entwicklung der Zahlenverarbeitung bei in der menschlichen Entwicklung. Anhand verschiedener Modelle werden diese Bereiche verdeutlicht. Im zweiten Kapitel geht es um die Definition der Dyskalkulie, Epidemiologie, Prognose, Neuroglosche Befunde. Weiter geht es auch auf verschiedene andere Fragen ein, welche Probleme eine Dyskalkulie verursachen. Man stellt auch die Frage nach den Subtypen und stellt ein interessantes Kausalmodell vor.

Das vierte Kapitel geht auf die Diagnostik der Dyskalkulie ein, geht auf die Schuleingangsuntersuchungen ein. Des Weiteren wird auf die neuropsychologischen Theorien der Zahlenverarbeitung die auf den Rechenleistungen basieren eingegangen. Als Nächstes werden weitere psychologische Testverfahren zusammengestellt. Im letzten fünften Kapitel geht man auf die Instruktionen, Förderung und Interventionen von Schülern mit Dyskalkulie ein. Als Weiteres findend man im Anhang ein nützliches Glossar, Literaturverweise sowie ein Sachregister.

Es ist ein komprimiertes Faktenbuch über den Stand der psychologischen und neurobiologischen Forschung im internationalen Kontext. Dieses Buch zeigt uns auch die Zerwürfnisse in der wissenschaftlichen Theorie und Praxis auf, die auch die Probleme der Differenzierung und Diagnostik aufzeigen. Und zeigt es, dass wir von einem umfassenden Ansatz für die Betroffenen weit entfernt sind. Uns zeigt es, es fehlt eine umfassende Definition der sehr vielfältigen Rechenschwächen, die Diskussion ähnelt, wie genetisch bedingter Legasthenie und erworbener Lese-Recht-Schreibschwäche (LRS). Interessanterweise wird aber auf das Diagnostische Manuel der WHO-ICD-10 (Dilling/Freyberger 2001) anführte Definition der “Rechenstörung” (F 81.2) nur als bedingt hilfreich angesehen. Da eben eine Rechenschwäche viel umfangreicher ist als eine pauschalierte Zusammenfassung. Für Arbeit mit Betroffenen ob in der Diagnostik, als auch umfassenden Förderung sind uns diese Definitionen nicht hilfreich. Dieses Buch zeigt auch nur den pathologischen Ansatz, der nicht wirklich in der pädagogischen Förderung kompatibel ist.

Als Weiteres wird auch angeführt das bei der Diagnostik mittels HAWIK-IV (Petermann/Petermann 2007; K-ABC, Melchers/Preuß 1996) zu Diskrepanzen kommt und häufig schlechter abschneiden. Deswegen werden nicht wenige Schüler auch auf eine Förderschule für Lernförderung verwiesen. Weil, die Betroffenen nicht richtig eingeschätzt werden können. Obwohl diese von der allgemeinen Intelligenz durchschnittlich “normal” sind. So erleben wir die Arbeit mit Betroffenen und beobachten auch das Scheitern vieler im Erwachsenenalter.

Ein nächstes wird auch deutlich das der Zusammenhang einer Legasthenie und Dyskalkulie sehr eng, und mehrere Studien bestätigen eine Kombination bei Schülern. Wir zitieren von Seite 98: “Dyskalkulie tritt in vielen Fällen nicht isoliert auf, sondern in der Kombination mit Legasthenie oder ADHS auf.” Es werden jedenfalls 5. verschieden Studien vorgestellt die, diese Kombinationen bei Kindern und Jugendlichen untersucht haben. Wir finden eine deutsche Stichprobe von, Prof. Michael von Aster von 2007 mit 337 Kindern der 2. Klassenstufe diese besagt, dass sogar 70 Prozent eine Kombination Rechenschwäche und Lese-Rechtscheibstörung aufwiesen. Nach unseren Beobachtungen sin diese Zahlen, auch für Dresden gut nachvollziehbar.

Denn wir, hatten bisher noch keine mit einer Dyskalkulie der keine Kombination einer Legasthenie aufwiesen. Zumindest zeigen sich deutliche Schwierigkeiten im Lesen, nicht immer in der Rechtschreibung. Es wird auch hingewiesen, das es mehrere Varianten gibt. In der Diagnostik werden diese Schwierigkeiten meistens nicht richtig zugeordnet. Deswegen scheitern auch viele Kinder und Jugendlichen in der langfristigen Förderung, weil sie dann von Therapeuten zu Therapeuten gehen müssen, in Deutschland gibt es zu wenige Spezialisten, die sich mit diesen Kombinationen auskennen. Sicherlich wird es hier regionale Unterschiede in Deutschland geben, in welcher Weiße man den Betroffenen zu helfen versucht. Außerdem ist gibt es keine Studien über die Langzeitauswirkung einer langfristigen Auswirkungen auf die Schullaufbahn, sowie der beruflichen Entwicklung, zumindest wird angenommen das die Auswirkungen mit kombinierten Problemen deutlich schwieriger sind als, wenn es nur eine isolierte Lese-Recht-Schreibschwäche ist. Nach englischen Studien gab es Stichproben unter 37-jährigen Männern, dass die Arbeitslosenrate bei diesen mit adäquaten Rechen- und Leseleistungen bei 8 Prozent lag, bei Personen mit auffällig schwachen Rechenleistungen aber bei beachtlichen 48 Prozent und 41 Prozent mit schwachen Leseleistungen. In dieser englischen Stichprobe wird dargelegt, dass jeder zweite Betroffene mit einer Rechenschwäche arbeitslos war. Dies zeigt uns, dass die Relevanz der Forschung nach Gesichtspunkten des Gemeinwohls total vernachlässigt wurde. Gäbe es in Deutschland ähnliche Untersuchungen, käme man mit Sicherheit auf sehr ähnliche Ergebnisse.

Wir haben, schon ein großes Problem in der Differenzierung der verschiedenen Schwierigkeiten mit dem Lesen, Schreiben, kommen dann komplexe Kombinationen hinzu, scheitern alle Integrationsversuche. Hier in Sachsen beobachten wir es schon mehr als 20 Jahre das sich auf der ganzen Ebene sehr wenig getan hat. Das sich der Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie e. V. als erster Selbsthilfeverband, um die Belange dyskalkuler Menschen kümmern würde halten wir als völlig hypothetisch und unangemessen, da die Praxis uns ganz andere Fakten zeigen. Denn die meisten Betroffenen kennen diesen Verband gar nicht. Und wenn sie ihn um Hilfe bitte hören wir immer wieder von Betroffenen ernüchterte Berichte, dass man von dieser Seite fast keine umfassende Hilfe bekommt. Der große Fehler den wir schon seit vielen Jahren kritisieren ist der sehr einseitige medizinische Ansatz der sich immer nach der ICD-10 orientiert, dieser ist in der Praxis für die Förderung von Betroffenen aller Altersklassen zum Scheitern verurteil. Aus der Perspektive der Betoffenen können wir nur sagen, dass diese nicht als „Rechen- oder Lesegestörte“ bezeichnet werden wollen. Das ist auch aus wissenschaftlicher Sicht diskriminierend. Uns klingt es manchmal nach Selektion einer alten grausamen Zeit, aber nicht nach umfassender Integration im Dienste legasthener und dyskalkuler Menschen.

Fazit: Dieses Buch ist nur ein Grundlagenbuch für die wissenschaftliche Theorie. Für die praktische Arbeit und Integration eignet sich dieses Buch nicht. Für ein Lehrbuch ist es nach unser Sicht nicht objektiv genug. Weil, es auch andere Ansätze, wie die von Dr. Kopp-Duller völlig ignoriert, was wissenschaftlich einseitig ist. Daher ist dieses, kein unabhängiges Buch für die akademische Bildung. Sondern es ist scheinbar ein Buch aus Sicht des Selbsthilfeverbandes. Der, wie wir schon lange wissen, eng mit der Pharmaindustrie verstrickt ist. Will, man den Betroffenen helfen braucht es einen umfassenden Ansatz. Dieser fehlt uns diesem Buch völlig – es zeigt uns, dass Wissenschaft in ihrer grauen Ignoranz anderer Disziplinen stecken geblieben ist. Für die pädagogische Arbeit eignet sich dieses Buch nicht. Wir haben schon aus der Reinhardts UTB-Reihe schon “bessere” Literatur rezensiert.

Weiterbildung bei der IHK Bildungszentrum gGmbH

Samstag, Januar 28th, 2012

Die Leitung des IHK Bildungszentrum gGmbH hatte mich schon im letzten Jahr wegen einer Dozententätigkeit gefragt. Hierbei geht es, um die Weiterbildung von Fachpersonal in der Grundbildung und Alphabetisierung.

Heute gestern hatte ich eine wirklich gute Weiterbildung beim IHK-Weiterbildungszentrum unter dem Motto: Grundlagen der Lese, – Schreib- und Rechenschwächen in der Grundbildung und Alphabetisierung. Es war ein Grundlagenworkshop zu den Hintergründen der Legasthenie- und Dyskalkulieforschung als auch zu den Definitionen und Modellen.

Im März wird der zweite Teil für diese Weiterbildung sein, hier geht es dann um die Diagnostik und Förderung als auch um die Integration von Jugendlichen und Erwachsenen. Dafür werde ich Beispiele aus der Praxis aufzeigen. Es ist auch in Planung, das ein Schützling erzählen wird, wie er sich im Training entwickelt hat.

Bei den Lehrkräften, die ich unterrichtet habe, erlebte ich sehr viel Aufgeschlossenheit und Offenheit zu meiner Sicht zur Thematik. Ich bekam viele ermutigende Rückmeldungen! Es ist wirklich ein gutes Projekt, was die Bildungsakademie da auf die Beine gestellt hat.

Dyskalkulie bei Erwachsenen – Wenn Zahlen keinen Sinn ergeben

Donnerstag, Januar 5th, 2012

Es gibt viele Erwachsene, die nicht richtig Rechnen können, denen zumindest die einfachsten Grundrechenarten nicht gelingen, im Alltag anzuwenden. Sie können mit Größen, Mengen, Zeitabläufe, Maßeinheiten, Gewichten, Geld nicht viel anfangen – weil Zahlen für sie keinen Sinn ergeben, obwohl sie von der Intelligenz her durchschnittlich bis überdurchschnittlich normal sind.

Erwachsene, die mit dem Rechnen Probleme haben, gelten nicht selten aus Unwissenheit in unserer Gesellschaft als Lernbehinderte. Man muss aber auch wissen, dass die Forschung sich bisher recht wenig mit diesen Problem beschäftigt hat, zumindest hat sie es nicht umfassend. Nur als Lernstörung, wie es die WHO versteht, kann man die Probleme nicht einordnen. Das ist einfach zu pauschal und hilft den Betroffenen kaum etwas. Nein, es verstärkt eher noch die Probleme, da man die Schwierigkeiten zu therapieren versucht,
die man nicht therapieren kann. Es gibt zumindest keine wissenschaftlichen Belege dazu. Seit etwa 20 Jahren forscht man in diesem Bereich. Den Begriff Dyscalculia kennt man seit den 70er Jahren in Amerika als umschriebene Rechenstörung, genauer gesagt, als pauschalisierte Lernstörung. Deswegen ist auch die wissenschaftliche Betrachtung auf diesem Gebiet sehr diffus, besonders was die Diagnostik in ihrer Gesamtheit betrifft. Überwiegend werden falsche Diagnosen gestellt, Betroffene wissen selten Bescheid, welche Probleme sie wirklich haben. Nicht zu vergessen ist, dass eine Dyskalkulie überwiegend als Kombination Dsykalkulie/Legasthenie in Erscheinung tritt. Es ist unsere persönliche Erfahrung, und wir beobachten es auch in unserer praktischen und wissenschaftlichen Arbeit mit Betroffenen aller Alterklassen.

Zumindest weiß man heute, dass eine Dyskalkulie auch familiär bedingt ist, wie die Legasthenie schon durch die Genforschung belegt wurde. Zumindest liegen die Indizien dafür sehr nahe. Zum anderen gibt es auch umfangreiche erworbene Rechenschwächen, wie sie häufig bei einer erworbenen LRS zu beobachten ist. Da es keine wirklichen Klassifikationen gibt, ist die Diagnostik und Förderung sehr umfangreich, da es nur sehr wenige Spezialisten gibt, die Ursachen und Wirkungen Unterscheiden können. Von staatlicher Seite gibt es da auch keine optimale Förderung, von der Grundschule angefangen, bis hin zum Berufsleben.

Erwachsene fallen aber auf, dass sie sich völlig normal verhalten und in den allgemeinen Fächern durchschnittlich bis gute Ergebnisse erzielen. Bei einem Dyskalkuliker geht es um den Erwerb rechnerischen Grundfertigkeiten, es geht hierbei nicht darum, dass er nicht rechnen kann, sondern es geht um den Grunderwerb des Rechnens. Sie liegt eindeutig an den unterschiedlichen Funktionen der Teilleistungen, wie bei einer Legasthenie. Darum nennt man auch die Dyskalkulie die Schwester der Legasthenie. Die überwiegend als Kombination auftritt und nach unseren Beobachtungen auch familiär bedingt sind. In unserer langjährigen Arbeit ist uns noch kein Betroffener aufgefallen, der keine kombinierte Variante hatte. Trotzdem kann eine Legasthenie isoliert von einer Dyskalkulie auftreten. In der Wissenschaft gibt es leider keine Studien dazu, die diese Schwierigkeiten zusammen betrachtet haben. Zumindest ist uns keine Studie bekannt. Es gibt sie nicht einmal im Bereich Legasthenie und LRS.

Eine Dyskalkulie ist auch eine andere Denkfähigkeit und Lernfähigkeit, wie die Legasthenie. Das Hirn ist in diesen Bereich anders organisiert, die Sinnesfunktionen, die für das reibungslose Lernen dieser Fähigkeiten zuständig sind, verursachen die Probleme durch eine besondere erbliche Besonderheit in der Verarbeitung im Sprachzentrum, die für die visuelle Verarbeitung von Mengen zuständig ist. Nichts anderes ist eine Dyskalkulie. Trotzdem kann man auch als erwachsener Dyskalkuliker die Schwierigkeiten mit dem Rechnen überwinden und kann das Rechnen wie andere Nicht-Betroffene noch erlernen.

Viele Erwachsene haben das bei guter Intelligenz meistens nur einen Hauptschulabschluss erreicht, da sie meistens an den hartnäckigen Problemen beim Erwerb der Grundrechenarten in der Schule gescheitert sind. Alltägliches Rechnen im Kopf macht ihnen große Probleme, weil sie die Grundrechenarten nicht verinnerlicht haben. Besonders wenn sie Einkaufen gehen, können sie nicht die gekauften Artikel abschätzen oder Zusammenzählen, wie groß der Geldbetrag ist. Sie haben einfach keinen Sinn, wie groß die Menge an Mehl ist, die benötigt wird, wenn sie beispielsweise einen Kuchen backen möchten. Auch Zeitabläufe, wie Stunden, Wochen, Monate, Jahre machen große Probleme – sie haben für andere scheinbar wenig Sinn dafür.

Wenig Sinn für Zahlen zu haben, macht den Betroffenen sehr große Probleme sich im Alltag zu orientieren, an diesen Schwierigkeiten wird der Zugang für eine angemessene Ausbildung in der Regel scheitern. Für die meisten wird diese Entwickelung zum Teufelskreis, da wenige Fachleute sich damit auskennen diese Probleme zu überwinden.

Beobachtet man aber einen Dyskalkuliker, wird einem auffallen, dass er in den allgemeinen Aufgaben völlig normal sich verhält. Er wird sich unauffällig im Leben bewegen können, er kann sich auch völlig Normal sprachlich Artikulieren, was auch ein sehr wichtiger Indiz für eine durchschnittlich normale Intelligenz bedeutet. Wie schon erwähnt muss man eine Dyskalkulie und Legasthenie immer im engen Zusammenhang sehen und verstehen, wie auch diagnostizieren. Leider wird dies sehr selten so gehandhabt, da man die Probleme meistens isoliert voneinander betrachtet. Darum erhalten die meisten Betroffenen keine umfassende Diagnose der Ursachen und Wirkungen ihrer wirklichen Probleme, da die Förderung sehr unterschiedlich ist.

Auch kombinierte Probleme kann man sehr gut durch umfassende Förderung im Erwachsenenalter in den Griff bekommen.

Wir werden demnächst über einen erwachsenen Schützling berichten, der uns an dieser Stelle in Form eines Filmbeitrages berichten wird.

Kommentar zum MDR-Bericht über LRS-Symposium in Erfurt: Wie kann Kindern mit Lese-Rechtschreib-Schwäche geholfen werden?

Freitag, Mai 13th, 2011

Wir beobachten seit einigen Jahren aktiv die mediale Berichterstattung zum Thema Legasthenie. Den gestrigen Bericht des MDR-Fernsehens haben wir natürlich mit großem Interesse verfolgt. Medien berichten nach unseren Beobachtungen nicht differenziert und aufklärend genug über das Thema Legasthenie und LRS. Es finden sich kaum Erklärungen bzgl. der Vielfalt von Schwierigkeitn, die beim Lesen und Schreiben auftreten.

Dass Schüler an unseren, meist öffentlichen, Schulen viel Hohn und Spott erleben und ertragen  müssen, ist seit mindestens vier Jahrzehnten bekannt. Dass man die Legasthenie-Störung mit Sprachgebärden therapieren will, ist nach unserer Auffassung weniger erfolgreich. Legastheniker – und auch jedes andere Kind – lernt nachweislich mit allen Sinnen. Es ist notwendig, zuerst eine differenzierte Diagnose durchzuführen, um herauszufinden, ob es sich um eine erworbene LRS oder um eine so genannte genetisch bedingte Legasthenie handelt. Erst dann ist es überhaupt möglich, einen Schüler individuell, persönlich und umfassend mit einem besonderen Konzept aus der interdisziplinären Legasthenieforschung zu fördern bzw. zu begleiten.

Dass Schulen heute Legasthenikern zu große Freiräume lassen, können wir so nicht teilen. Es zeichnet sich nach unseren Erfahrungen ab, dass auch mit einem gut gemeinten, „systematischen“ Deutschunterricht, der gerne als Deutschförderunterricht in der Statistik geführt wird, kaum einem Legastheniker nachhaltig geholfen werden kann. Die Didaktik, die Methodik, wird erneuert, um den  Leselernprozess, das Lesen selbst und das Schreiben in den Griff zu bekommen, doch der Schüler selbst steht außerhalb des Zentrums des Geschehens. Es gilt, den Schüler in das Zentrum wieder zu stellen – und es zuzulassen, dass eine differenzierte Diagnostik an erster Stelle steht, bevor Lehrer und/oder auch Legastheniespezialisten mit dem Kind arbeiten.

Klarheit, Diffenzierung und das Bewusstsein, dass das Kind im Zentrum der Pädagoik steht, ist der erste Schritt in Richtung nachhaltiger Behandlung jeglicher Erscheinugsformen von LRS, Lagasthenie und auch der sich mittlerweile stark verbreitenden Dyskalkulie.

Der allgemeine Ansatz, das zeigte auch der kurze Ausschnitt des LRS-Symposiums, orientiert sich lediglich an der veralteten Diskrepanzdefinition der WHO ICD-10, was nur eine sehr pauschale Zusammenfassung sämtlicher Schwierigkeiten darstellt, die mit dem Lesen und Schreiben einhergehen können. Und genau darin liegt das eigentliche Dilemma in der heutigen Legasthenieforschung, das auf der Forschungsarbeit von  Dr. Prof. Günther Esser basiert. Seine Argumente sind, unserer Meinungnach, rein subjektiver Natur. Es reichen keinenesfalls vier Sonderstunden als Gruppenunterricht in der Schule, um das Problem in den Griff zu bekommen, das zeigen uns auch die Ergebnisse der LRS-Klassen, in denen keine differenzierte Förderung stattfindet. Nach unseren Beobachtungen und praktischen Erfahrungen währdend der letzten Monate haben viele unserer Schüler weder eine umfassende Förderung noch eine Diagnose erfahren.

Wir bezweifeln, dass solche LRS-Symposien unsere Probleme in dieser Gesellschaft den Betoffenen, sei ohne oder mit erworbener Lese-Recht-Schreib-Schwäche (LRS) oder genetisch bedingter Legasthenie, auf diese Art und Weise Hilfe erfahren werden.

Die Diskussionen sind schon seit vielen Jahrzehnten die gleichen, und es wird verpasst, zielorientiert den Betroffenen eine Schullaufbahn zu ermöglichen, die ihren Fähigkeiten und Potenzialen entspricht. Diese Herangehensweise wird sich bald aufgrund des demografischen Wandels und Fachkräftemangels in erschreckender Weise bemerkbar machen, da man es verpasst hat, sich umfassend und interdisziplinär mit der Thematik auseinanderzusetzen. Der amerikanische Soziologe Andrew Abbott hat untersucht, wie die Wissensgesellschaft den Erwerb von Wissen vernachlässigt – und dadurch die Idiotie einer Disziplin befördert. Genau diese Probleme haben wir auch in der internationalen und deutschen Legasthenieforschung, worauf sich auch unsere Selbsthilfeverbände und unsere Politik sich stützen.

So werden wir jedenfalls nicht zum Ziel kommen!

Probleme mit dem Rechnen? – Es kann Rechenschwäche oder Dyskalkulie sein

Dienstag, Mai 10th, 2011

Veranlagte Dyskalkulie kann sich in der Vorschule zeigen.

Wissenschaftler sind sich heute einig, dass diese Schwierigkeiten mit dem Rechnen bei Kindern sich schon im Kindergartenalter bemerkbar machen können. Da wir in Deutschland große Defizite in der Frühförderung und im allgemeinen Bildungssystem haben, werden diese Probleme kaum früh genug diagnostiziert und werden dann auch nicht in den ersten Grundschuljahren entdeckt.

Raumorientierung sind wichtige Indizien für eine Dyskalkulie.

Dyskalkulie Kinder haben schon in frühen Jahren kein Gefühl für Zahlen, Mengen, Zeit- und Größenabstände – oder haben größere Probleme mit der räumlichen Orientierung, die sich mit der Unterscheidung der Himmelsrichtungen, aber auch an der Unterscheidung bspw.: eigene Körperteile wie: Rechte Hand, linker Fuß usw. äußern können.

Dyskalkulie steht meist im Zusammenhang mit Legasthenie.

Eine Dyskalkulie tritt sehr selten ohne eine Legasthenie auf. Sie zeigt sich sehr oft als kombinierte veranlagte Variante. Leider werden diese Zusammenhänge in der Diagnostik nicht verstanden. Immer wieder lesen wir in Diagnosen: LRS und Dyskalkulie oder Legasthenie und Rechenschwäche. Diese gibt es aber, nach unseren Erkenntnissen, in der erworbenen Variante nicht. Eine Dyskalkulie tritt nur in einer kombinierten Form Legasthenie/Dyskalkulie oder LRS/Rechenschwäche, so unsere Beobachtung, als erworbene Kombination auf. Leider gibt es in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung kaum Differenzierung, was zur Folge hat, dass auch keine klaren Diagnosen für eine umfassende Förderung zur Verfügung stehen. Nur wenn man eine klare Abgrenzung in der Diagnostik durchführt, kann man den Betroffenen auch wirklich helfen. Denn die Förderansätze gehen in verschiedene Richtungen. Erworbene Probleme kann ein Kind mit Nachhilfe gut in den Griff bekommen, veranlagte benötigen jedoch ein spezifisches Training der entsprechenden, unzureichend ausgebildeten Teilleistungen. Diese Trainingeinheiten sollten ausschließlich von dafür speziell ausgebildeten Fachkräften durchgeführt werden. Auch wenn alle möglichen Lerntherapeuten vielversprechende Therapien anbieten, ist äußerste Vorsicht geboten!

Dyskalkulie/Legasthenie als Kombination haben nichts mit geringer Intelligenz zu tun.

Weil wir schon seit vielen Jahren international die aufgeführten Probleme in der Diagnostik haben, ist zu beobachten, dass Dyskalkulie und Legasthenie viel zu oft als so genannte „Lernbehinderung“ mittels Intelligenzdiagnostik bescheinigt wird. Ich selbst habe diese Problematik im Bildungssystem persönlich erlebt! Bis heute hat sich daran sehr wenig geändert. Wirkliche Lernbehinderungen zeigen sich nur in der so genannten erworbenen Variante LRS/Rechenschwäche, da diese auch mit Entwicklungsstörungen als Folge in Erscheinung tritt. Außerdem zeigen sich Veranlagungen überwiegend über mehrere Generationen in der Familie, erworbene hingegen nicht. In sozialschwachen Milieus können sich aber auch erworbene Schwierigkeiten häufen, da sie vom Umfeld weitergereicht werden können.

Die komplexe Variante Dyskalkulie/Legasthenie ist bei hochbegabten Kindern zu beobachten.

Zusätzlich gibt es immer wieder Erscheinungen bei Hochbegabten, da diese Schüler eine andere Verarbeitung der Teilleistungen haben, und so von der “Norm” abweichen.

Wissenschaftliche Indizien dafür gibt es mittlerweile, worüber wir in den kommenden Monaten berichten werden.

Dyskalkulie ist eine Erbanlage

Montag, April 11th, 2011

Wie wir das Lesen und Schreiben sehr individuell lernen, so lernen wir auch das Rechnen sehr verschieden. Die heutige Wissenschaft geht davon aus, dass rund 6 Prozent der Schüler mit dem Rechnen Schwierigkeiten haben. Ob diese wirklich der Tatsache entspricht, kann man so nicht sagen, da nach unserer Beobachtung alle Lernprobleme, die mit dem Rechnen zu tun haben, in einen ‚Topf‘ durcheinander geworfen werden. Aus diesem Grund sind sehr viele Aussagen, die rund um dieses Thema publiziert werden, auch für die meisten Hilfesuchenden äußerst undurchsichtig.

In den letzten Jahren hat haben einige Neurowissenschaftler festgestellt, dass die Ursachen einer Dyskalkulie als in den Erbanlagen zu verstehen sind, wie es bei der Legasthenie der Fall ist. Menschen haben, wie für das Lesen und Schreiben, gewisse Hirnareale, die dafür zuständig sind. So gibt es auch Bereiche für die Verarbeitung von Rechen- und Zahlenverarbeitungsaufgaben. Jeder Mensch hat also spezialisierte Verknüpfungen im Gehirn, die für diese Bereiche zuständig sind. Darüber streiten sich allerdings Wissenschaftler verschiedener Fakultäten.
Wir sind uns sicher, dass diese nicht mit einer fehlerhaften Entwicklung im Kindesalter zu tun haben, sondern mit einer besonderen Sinnes-Wahrnehmung und Sinnes-Verarbeitung. Diese etwas andere Auffassungsgabe gehört einfach zu einem gewissen Prozentsatz zu unserer geistigen Entwicklung als Menschen, weil wir nicht mit einem Zahlensinn geboren wurden. Wir alle müssen uns das Verständnis für Zahlen, Mengen und Größen in der Schule erst einmal antrainieren.
Bei einer Dyskalkulie liegt es nicht an der Unfähigkeit, nicht rechnen zu können, sondern an der richtigen Verinnerlichung der Grundrechenarten. Diese machen den Betroffenen enorme Probleme, wenn diese keine frühe umfassende und persönliche Hilfe erhalten. Nur so entwickeln Dyskalkuliker Lernprobleme.

Heute haben dyskalkule Schüler gute Möglichkeiten, diese Anlage durch ein Training für alle Sinne auszugleichen. Kanadische Forscher wie Prof. Daniel Ansari von der Universität Werstern Ontario sprechen sich für eine frühe Förderung in der Vorschule aus. Wolfgang Schneider, Psychologe der Universität Würzburg, meint, auch, dass man schon im Kindergarten Kindern erkennen müsste, die Schwierigkeiten im Unterscheiden von Zahlen und Mengen zeigen. Diese Auffassung teilen wir auch als Institut, da sich Schwierigkeiten mit dem Zählen, mit dem Verständnis des Symbols Zahlen an sich und dem Verständnis von Mengen bereits im Kindergartenalter zeigen können.

Kinder entwickeln schon in den ersten Lebensjahren einen Sinn für kleine Mengen und können diese auch wahrnehmen. Hier spricht man von der vornumerischen Phase, in der sich bereits mögliche Schwierigkeiten bemerkbar machen können. Da sind sich viele Forscher einig.

Problematisch ist nur, wenn man die Kinder nicht differenziert diagnostiziert. Das tut die internationale und hiesige Wissenschaft nämlich bisher nur in unzureichendem Maße. Die Dyskalkulie ist eine Anlage, aber andere Schwierigkeiten mit dem Rechnen können von anderen Auslösern hervorgerufen werden. Ein Mangel an Intelligenz kann auch eine Rolle spielen, sowie psychische und soziale Ursachen. Dyskalkulie als direkte Anlage beeinflusst nicht die Intelligenz des Kindes. Da man hier auch nicht differenziert, bekommen sie auch keine richtige Förderung – auch wenn sie das Prädikat Dyskalkulietheraphie trägt. Eine zielführende Hilfe kann ausschließlich bei einer strikten Differenzierung ermöglicht werden. Unsere langjährige Praxis zeigt, dass sich diese Ansätze bewährt haben.

Wir werden in nächster Zeit weiter auf diese Themen eingehen.

Dyskalkulie und Rechenschwäche?

Mittwoch, April 6th, 2011

Mathematik ist für unser Leben genauso notwendig wie das Lesen und Schreiben. Es gibt aber sehr unterschiedliche Schwierigkeiten, die mit dem Erlernen der mathematischen Grundrechenarten zu tun haben können. Diese Probleme sind sehr vielfältig und werden sehr verwechselt und falsch diagnostiziert.

Zum einen gibt es die genetisch bedingte Dyskalkulie, also die Schwester der Legasthenie, die Schwierigkeiten mit dem Erlernen von mathematischen Grundfertigkeiten zu tun hat. Einige Wissenschaftler sind sich darüber einig, dass der Grund in den Erbanlagen zu finden sind. Legasthenie/Dyskalkulie kann auch in Kombination aufreten, oder auch nur in reiner Form. Sehr selten wird diese Erscheinungsform von Fachleuten erkannt, was darauf zurückzuführen sein könnte, dass es in diesem Bereich bisher noch zu wenige praktische Erfahrungen und Forschungsergebnisse gibt, die fachübergreifend dieses Thema behandelt hätten. Das könnte der Grund dafür sein, dass die meisten Dyskalkulie-Gutachten sehr schwammig formuliert sind.

Zusätzlich gibt es, wie die erworbene Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS), auch eine erworbene Rechenschwäche, die keine erbliche Grundlage hat, sondern sehr oft mit seelischen und organischen Erkrankungen zu tun haben könnte. Natürlich spielt auch das soziale Umfeld sowie die didaktische Vermittlung von Lerninhalten in der Schule eine entscheidende Rolle, in welchem Ausmaß diese „Wahrnehmungsbesonderheit“ auftritt.. Es ist zu beobachten, dass der Intelligenzquotient bei den meisten Betroffenen überdurchschnittlich hoch ist.

Die Wissenschaft tappt in diesem Thema immer noch im Dunkeln, da sie, wie bei der ‚Legasthenie‘ auch, kaum differenziert.

In unserem Institut Legasthenie Coaching hier in Dresden erleben wir immer wieder eine bisher unentdeckte Kombinationen aus Legasthenie und Dyskalkulie bei unseren Klienten. Je früher diese Schwierigkeiten diagnostiziert werden, desto früher kann diese auch im Rahmen eines umfassenden, individuell konzipierten, Trainings ausgeglichen werden.

Wir werden weiterhin regelmäßig über die Themen Dyskalkulie und Rechenschwäche auf unserer Webseite und über Blogs informieren.